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Brandenburg Brandenburger Polizei verstärkt Präsenz vor jüdischen Institutionen
Brandenburg Brandenburger Polizei verstärkt Präsenz vor jüdischen Institutionen
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20:10 09.10.2019
Mitglieder der jüdischen Gemeinde und Besucher der Synagoge werden in einem Bus von der Synagoge weggefahren. Bei Schüssen in Halle sind zwei Menschen getötet worden. Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil
Potsdam

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Polizei in Brandenburg ihre Präsenz vor jüdischen Einrichtungen verstärkt. Polizeikräfte seien im Einsatz, sagte Mario Heinemann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg, am Mittwoch auf Anfrage. Polizisten und Bereitschaftspolizisten würden dafür Sorge tragen, dass die Menschen friedlich und angemessen Jom Kippur, den höchsten Festtag im Judentum, begehen könnten.

In Brandenburg gibt es jüdische Gemeinden unter anderem in Potsdam, Brandenburg/Havel, Cottbus, Frankfurt (Oder), Königs Wusterhausen und Oranienburg. In Potsdam findet außerdem die Rabbinerausbildung am Abraham-Geiger-Kolleg statt.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert zeiget sich auf seinen Social Media-Kanälen schockiert.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich nach den Schüssen eine mutmaßlichen Rechtsterroristen, bei dem zwei Menschen gestorben sind, bestürzt.

„Feiger Angriff“

„Offenbar richtete sich dieser feige Angriff gegen eine Synagoge und damit gegen das jüdische Leben. Das ist entsetzlich und auf das Schärfste zu verurteilen. Mein Mitgefühl gilt den Verletzten und den Angehörigen der Opfer“, sagte Woidke.

„Wir müssen alles dafür tun, jüdisches Leben in Deutschland und überall auf der Welt zu schützen. Deshalb begrüße ich auch die schnelle Reaktion unserer Polizei in Brandenburg, die nach den tödlichen Schüssen in Halle ihre Präsenz vor jüdischen Einrichtungen verstärkt hat.“

Linke fordert Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen

Die Landesvorsitzende der Linken, Anja Mayer, erklärte: „Das entsetzliche Attentat am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungsfest, zeigt, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Aus Worten werden Taten und wieder sterben Menschen. Wir werden uns auch in Zukunft entschieden und mit allen Mitteln gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzen.“

Vorstandsmitglied Andreas Büttner forderte eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen, so etwa am neuen Standort des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam. „Ich erwarte eine umfassende Neubewertung des Sicherheitskonzepts“, sagte Büttner. Das Geiger-Kolleg hatte die Sicherheitsmaßnahmen für den neuen Standort kritisiert.

In Berlin wurde die Hauptstadt-Polizei gebeten, die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in der Stadt umgehend und bis auf weiteres zu erhöhen. „Diese Maßnahmen setzen wir im Moment im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden um“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Mahnwache vor Berliner Synagoge

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: „Unsere Gedanken sind so kurz nach dem schrecklichen Geschehen zuallererst bei den beiden ums Leben gekommenen Menschen und ihren Angehörigen.“ Angesichts des hohen jüdischen Feiertags und des Tatorts lägen nun „schlimmste Befürchtungen nahe“. Zunächst gelte es jedoch, eine Beruhigung der Lage und die Ergebnisse der Ermittlungen der Sicherheitsbehörden auf Bundesebene abzuwarten.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli rief dazu auf, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. „Ich möchte nicht, dass Juden in unserem Land Angst haben müssen. Lasst uns gemeinsam einen Schutzschirm gegen #Antisemitismus bilden“, twitterte die SPD-Politikerin am Mittwoch nach den tödlichen Schüssen nahe der Synagoge in Halle/Saale. „Ich stelle mich daher heute ab 20 Uhr vor die Synagoge in der Oranienburger Straße. Kommt vorbei und zeigt Haltung!“, kündigte Chebli unter dem Hashtag #WirstehenZusammen an.

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