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Brandenburg Havellandbauern verwickeln Julia Klöckner in ein Streitgespräch
Brandenburg Havellandbauern verwickeln Julia Klöckner in ein Streitgespräch
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17:58 09.09.2019
Ribbeck: Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, unterhält sich vor ihrem Besuch im landwirtschaftlichen Betrieb Havellandhof Ribbeck mit demonstrierenden Landwirten und Wolfgang Scherfke (r) vom Landesbauernverband. Quelle: dpa
Ribbeck

Protest gegen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: Als die Ministerin am Montag einen Vorzeigebetrieb für insektenfreundliche Landwirtschaft besichtigen wollte, wurde sie von einer Gruppe demonstrierender Landwirte in Empfang genommen und sofort in ein Streitgespräch verwickelt. Die Bauern protestierten gegen das Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat von vergangener Woche.

„Mit diesem Kabinettsbeschluss hauen Sie auf die Landwirtschaft so was von drauf, dass man einfach nicht damit einverstanden sein kann“, sagte Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands im Gespräch mit der Ministerin, die sich den Demonstranten gestellt hatte. Klöckner wies den Vorwurf zurück, dass es auf ein Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln hinauslaufe.

Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied war nach Ribbeck gekommen. Das vom Kabinett auf den Weg gebrachte Programm sei „ein Affront gegen das Engagement von uns Landwirten im Umweltschutz“, sagte er.

Statt kooperativer Lösungen werde auf Auflagen gesetzt. „Viele Bauern sind verzweifelt und verstehen diese Politik nicht mehr.“ Die Landwirte wüssten um ihre Verantwortung bei der Artenvielfalt. Insektenschutz in der Agrarlandschaft gehe jedoch nur mit den Bauern. Rukwied lud Umweltministerin Schulze und Agrarministerin Klöckner zu einem Gespräch darüber ein.

Das Kabinett hatte in der vergangenen Woche ein Paket mit mehreren Regelungen beschlossen, die mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft durchsetzen sollen. Dazu gehört ein Verbot des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat Ende 2023. Der Einsatz von Unkraut- und Schädlingsgiften soll auch insgesamt stark eingeschränkt werden. Das sieht ein «Aktionsprogramm Insektenschutz» vor, das allerdings noch kein Gesetz ist, dies soll erst in den kommenden Monaten folgen.

Brandenburgs Bauern befürchten, dass ab 2021 auf einem Drittel aller märkischen Äcker nicht mehr gespritzt werden dürfe.

Von Torsten Gellner

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