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Brandenburg Nach Protesten: Pläne zum Umbau des Dreiecks Funkturm werden geändert
Brandenburg Nach Protesten: Pläne zum Umbau des Dreiecks Funkturm werden geändert
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16:27 13.05.2020
Stau am Berliner Autobahn-Dreieck Funkturm - nach den vorgeschriebenen 70 Meter Abstand zwischen Brummis, Trucks und Bussen richtet sich niemand; das ist am Beben der Überfahrt-Brücken zu spüren.
Stau am Berliner Autobahn-Dreieck Funkturm - nach den vorgeschriebenen 70 Meter Abstand zwischen Brummis, Trucks und Bussen richtet sich niemand; das ist am Beben der Überfahrt-Brücken zu spüren. Quelle: Jutta Abromeit
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Potsdam

Der Plan für den Umbau des Autobahndreiecks Funkturm in Berlin soll offenbar doch noch einmal geändert werden. Nach Anwohnerprotesten habe die zuständige Planungsgesellschaft Deges das Konzept noch einmal überarbeitet und eine neue Variante erarbeitet. Das berichtet der RBB. Die Bewohner der Siedlung Eichkamp südwestlich des Berliner Messegeländes hatten sich übergangen gefühlt und gegen den Bau einer neuen Anschlussstelle mobil gemacht.

Brücke über die Avus geplant

Der umstrittene Zubringer soll nun als Brücke über der A115 gebaut werden. Der Verkehr würde dann östlich neben der Autobahn entlang und unter der A115 hindurch geführt werden, heißt es. Der Anschluss zur Autobahn würde auf dem Messedamm liegen, neben dem alten Avus Rasthof. Der Nachteil dieser Variante: Die Anschlussstelle wäre deutlich kleiner als bislang geplant, was Staus in den umliegenden Straßen verlängern könnte.

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Bisher sahen die Pläne der Deges vor, dass die neue Anschlussstelle Messedamm unmittelbar neben der Siedlung Eichkamp verläuft. Der Zubringerverkehr würde dann über die Jafféestraße und den Messedamm fließen. Die A115 müsste dafür auf einer Länge von mehreren Hundert Metern als Rampe angehoben werden und entlang der Eichkampsiedlung meterhohe Schallschutzwände gebaut werden.

Anwohner warnten vor Verkehrsbelastung

Dagegen hatten die Anwohner protestiert. Die neue Anschlussstelle bedeute „hohe Risiken auf den umliegenden Stadtstraßen“, hatte der Siedlerverein Eichkamp mitgeteilt. Sie ersetzt die bisherige Auf- und Abfahrt zum Messedamm, die mit dem Umbau wegfallen soll. Der Verkehr werde vom unbewohnten Messedamm in die Siedlung verschoben, sagte ein Sprecher. „Es gibt hier mehrere Kindergärten und Schulen“.

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Das Dreieck Funkturm verbindet die A115 mit der Berliner Stadtautobahn A100 und gehört zu den am stärksten belasteten Autobahnknoten Deutschlands. Die verschachtelten Rampen und Brücken an der Abzweigstelle aus den 1960er Jahren sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Nach Schätzungen der Planungsgesellschaft Deges könnten im Jahr 2030 rund eine Viertelmillion Fahrzeuge pro Tag das Dreieck passieren. Die Bauarbeiten sollen demnach frühestens im Jahr 2023 starten.

Von Torsten Gellner