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Brandenburg Verletzter Leipzig-Fan zeigt Polizisten an
Brandenburg Verletzter Leipzig-Fan zeigt Polizisten an
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14:24 21.02.2020
Verletzter Fan Chemie Leipzig Quelle: privat
Potsdam

Der bei einem Regionalliga-Fußballspiel in Fürstenwalde (Oder-Spree) verletzte Fan des Klubs BSG Chemie Leipzig hat Anzeige gegen die Brandenburger Polizei erstattet. Das bestätigte das Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig, das Unterstützern des Vereins bei juristischen Händeln unterstützt.

Laut Sprecherin Miriam Feldmann hat der 29 Jahre alte Mann mit Hilfe eines Anwalts die märkischen Polizisten wegen mutmaßlicher Körperverletzung im Amt und unterlassener Hilfeleistung verklagt.

Der Mann war im Vorfeld des Regionalligaspiels am 16. Februar im Fürstenwalder Stadion auf einen Zaun geklettert und dort plötzlich von einem Beamten am Bein gezogen worden. Dabei bohrten sich die Zaunspitzen von unten in den Oberschenkel des Fans. Der Mann musste operiert werden liegt immer noch im Krankenhaus, hieß es aus Fankreisen.

Polizei korrigierte Darstellung des Falls

Der Geschädigte hält den Einsatz für unverhältnismäßig und beklagt, dass ihm erst spät geholfen wurde, nachdem er am Boden lag. Die Polizei hatte zunächst verbreitet, der Fan habe um sich getreten und geschlagen sowie die Beamten beleidigt.

Diese Darstellung hat das Präsidium mittlerweile zurückgenommen und dem Fan gute Besserung gewünscht. Man bedauere die Fehlinformation und wünsche ihm „schnelle Genesung“. Es habe sich um „Fehler in der internen Kommunikation“ gehandelt.

Außerdem räumte das Präsidium ein, der Mann sei – anders als zunächst behauptet –nicht vom Zaun „gehoben“, sondern nach unten gezogen worden. Bei diesem Vorgang verletzte sich der Fan. Auf einem Video, das der MAZ vorliegt, ist zu sehen, wie er schreiend und kopfüber mit aufgerissenem Hosenbein an den Zaunspitzen festhängt.

Der Einsatz „einfacher körperlicher Gewalt“ sei gleichwohl angemessen gewesen, um den Mann vom Zaun zu holen. Er sei zuvor zweimal dazu aufgefordert worden, hinabzusteigen, heißt es aus dem Polizeipräsidium.

Die Polizei bestreitet allerdings, dem Verletzten nicht geholfen zu haben. Fünf Minuten nach dem Vorfall habe sich ein als Sanitäter geschulter Beamte um den am Boden Liegenden gekümmert, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst. Ein Rettungsdienst sei etwa 20 Minuten nach dem Vorfall am Unglücksort gewesen.

LKA wird Anzeige bearbeiten

Im Fall von Anzeigen gegen Polizisten ermittelt nicht die betroffene Dienststelle, sondern eine Abteilung des Landeskriminalamts (LKA) für Amtsdelikte.

Die Leipziger Rechtshilfe-Sprecherin Feldmann sagte, ihr Verein prüfe auch noch rechtliche Schritte wegen der Öffentlichkeitsarbeit. Die Behauptung, der Fan habe Polizisten beleidigt und körperliche Gewalt angewandt könne man als Verleumdung werten.

Der Fall beschäftigt mittlerweile auch den Brandenburger Landtag, denn der Linken-Abgeordnete Andreas Büttner hat eine kleine Anfrage an die Landesregierung dazu gestellt – mit zehn Fragen. Büttner will unter anderem wissen, was die Polizei zu dem Eingreifen gegen die Leipzig-Fans bewegt hat und was die Beamten taten, um dem Verletzten zu helfen.

Lesen Sie dazu auch: So lief das Spiel Fürstenwalde gegen Chemie Leipzig

Von Ulrich Wangemann

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