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Brandenburg Nach Windradunglück: Forderung nach TÜV-Pflicht wird laut
Brandenburg Nach Windradunglück: Forderung nach TÜV-Pflicht wird laut
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09:48 05.02.2020
Windrad an der Alten Lindenallee in Wittstock umgestürzt. Bereich wird abgesperrt. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock/Potsdam

Nach dem Absturz eines Windrads in Groß Haßlow (Ostprignitz-Ruppin) werden Forderungen nach strengeren Sicherheitsvorkehrungen laut. „Windräder müssen regelmäßig vom TÜV geprüft werden“, forderte Sebastian Steineke, CDU-Bundestagsabgeordneter aus den Nordwesten Brandenburgs.

Er kritisierte, dass derzeit präventive Kontrollen von Windrädern nicht verpflichtend seien und es auch keine umfassende TÜV-Pflicht für die Windkraftanlagen gebe. „Im Prinzip finden Überprüfungen bislang in der Praxis nur anlassbezogen und in bestimmten Intervallen durch externe Wartungsunternehmen statt“, sagte er.

Wirtschaftsminister Altmaier soll sich darum kümmern

In der Vergangenheit habe es ähnliche Fälle von herabstürzenden Rotorblättern oder anderen Windradteilen gegeben. „Aufgrund des hohen Risikos, insbesondere für die umliegenden Kommunen, ist eine Pflicht zur Überprüfung der Anlagen zwingend geboten,“ forderte Steineke.

Der Abgeordnete will nach eigenen Angaben in dieser Frage das Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und der Landesregierung suchen.

TÜV-Pflicht nur für Aufzüge

Auch der Vorsitzende des deutschen TÜV-Verbandes, Joachim Bühler, hatte gegenüber der MAZ unzureichende Prüfvorgaben bei Windrädern kritisiert. In der Praxis würden die Anlagen nur alle vier Jahre von unabhängiger Seite überprüft. „Unfälle wie abknickende Türme, berstende Rotorblätter oder Brände nach Blitzschlag sind ein Sicherheitsrisiko für Menschen und Umwelt, zumal Windparks immer näher an Straßen und Siedlungen heranrücken“, sagte Bühler. „Im Grunde ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei einer Windrad-Havarie Menschen zu Schaden kommen“.

Das Feld rund um die Unglücksstelle bei Groß Haßlow ist am Dienstag eine Baustelle. Zerstörte Teile werden zerlegt und entsorgt.

Eine TÜV-Pflicht gibt es nur für Einzelteile im Windrad wie die Aufzüge im Turm oder die Druckkabinen in den Turbinen.

Das Windrad war am Freitagmorgen aus noch unbekannter Ursache abgeknickt. Die einstige Gondel und die tonnenschweren Rotorblätter mit einer Spannweite von fast 60 Metern lagen zerschmettert auf dem Acker. Die Anlage war laut dem Betreiber aus Bayern regelmäßig gewartet worden, zuletzt im November 2019. Die Anlage war 2007 genehmigt worden. Alle baugleichen Windräder in der Umgebung wurden vorsorglich stillgelegt.

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Von Torsten Gellner

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