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Brandenburg Prozess um antisemitische Attacke: Angeklagte schweigen
Brandenburg Prozess um antisemitische Attacke: Angeklagte schweigen
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15:11 10.10.2019
Ein Mann trägt in der Synagoge eine Kippa mit einem aufgenähtem Stern. Quelle: Fredrik Von Erichsen/dpa
Berlin

Nach einem mutmaßlich antisemitischen Angriff auf einen Mann in einem Berliner Park stehen seit Donnerstag fünf Männer vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Die 19 bis 23 Jahre alten Angeklagten schwiegen zu Beginn des Prozesses. Laut Anklage sollen sie das damals 25 Jahre alte Opfer wegen seines jüdischen Glaubens und seiner sexuellen Orientierung minutenlang geschlagen und getreten haben. Das Opfer habe unter anderem Platzwunden an der Stirn erlitten.

Die Angeklagten – drei syrische Staatsangehörige und zwei Männer mit ungeklärter Staatsbürgerschaft – sollen sich im Juli 2018 im James-Simon-Park in Berlin-Mitte in einer größeren Gruppe befunden haben, als sie von dem Opfer angesprochen worden seien. Der Mann habe um ein Feuerzeug gebeten, so die Anklage. „Hasserfüllt“ hätten sich die Angeklagten entschlossen, ihn anzugreifen.

Das Opfer erlitt offenbar Platzwunden

Einer der Männer habe dem Geschädigten dessen Kette mit Davidstern-Anhänger vom Hals gerissen, sie sich um die Faust gewickelt und dem 25-Jährigen dann einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Der Mann sei von der Gruppe weiter geschlagen und getreten worden. Damaligen Angaben zufolge erlitt er beim dem Angriff Platzwunden.

Die fünf Angeklagten und der Geschädigte, bei dem es sich um einen Syrer jüdischen Glaubens handeln soll, hätten sich bis dahin nicht gekannt, hieß es am Rande. Der Prozess kam allerdings ins Stocken, weil das Opfer und eine weitere Zeugin nicht erschienen waren. Gegen den Mann erging ein Ordnungsgeld von 150 Euro. Er soll zum zweiten Verhandlungstag am 24. Oktober polizeilich vorgeführt werden.

Mehrfach Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens

Zuletzt hatte es Mehrfach Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens gegeben. Im April 2018 hatte ebenfalls in Berlin ein 19-Jähriger Syrer einen jungen Israeli jüdischen Glaubens mehrmals mit einem Hosengürtel geschlagen und beschimpft. Er wurde wegen Beleidigung und Körperverletzung verurteilt.

Angriff auch in Potsdam

Auch in Potsdam hatte es kürzlich einen antisemitischen Angriff gegeben. Ein 25 Jahre alter Mann war im Juli am Hauptbahnhof bespuckt und beleidigt worden, weil er eine Kippa mit Davidstern trug.

Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus hat Ende September Zahlen zu antisemitischen Vorfällen in der ersten Jahreshälfte 2019 in der Hauptstadt vorgelegt. Demnach ist die Zahl der Vorfälle zwar zurückgegangen, dennoch bleibe der Antisemitismus auf einem hohen Niveau.

Von MAZonline

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