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Brandenburg Nach schwerem Sturm – Beelitz räumt auf
Brandenburg Nach schwerem Sturm – Beelitz räumt auf
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15:53 19.08.2019
Aufräumarbeiten nach dem schweren Sturm in Beelitz. Quelle: Julian Stähle
Beelitz

Nach einem Sturm über Brandenburg hat in dem besonders schwer betroffenen Ort Klaistow bei Beelitz das Aufräumen begonnen. „Die Schäden sind beachtlich, fast alle Häuser in Klaistow sind betroffen, sieben davon schwer“, sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Unabhängiges Kommunalbündnis/Bürger Bündnis Beelitz) am Montag. In dem Dorf in Potsdam-Mittelmark wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt, ein Carport stürzte ein.

„Der Sturm war nur eine bis anderthalb Minuten unterwegs. Da kann man sehen, was die Natur anrichten kann“, sagte Knuth. Im Nachbarort Kanin stehe etwa die älteste Feldsteinkirche Brandenburgs. Mehrere Dachziegel seien abgedeckt worden. Auf der Landstraße zwischen Klaistow und Kanin seien acht Bäume entwurzelt worden. „Der Sturm hat es da aber gut gemeint, die Bäume sind nicht auf die Fahrbahn, sondern ein Feld gefallen“, sagte Knuth.

Betroffene konnten in Häuser zurückkehren

Sein eigenes Haus war im Jahr 2007 von Orkan Kyrill beschädigt worden. Er könne die Lage der Betroffenen daher sehr gut nachvollziehen: „Man ist dem hilflos ausgeliefert“. Die Feuerwehr habe aber hervorragende Arbeit geleistet, sagte er. Die Leute seien zudem gut organisiert, helfen sich gegenseitig. Alle Betroffenen konnten schon wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Ein Sturm zog am Sonntagabend über Beelitz hinweg. Er richtete örtlich heftige Schäden an.

Mathias Gedicke, Ortsvorsteher von Klaistow, Kanin und Busendorf, war am Montag selbst vor Ort. „Alle sind gesund, das ist das Wichtigste für uns“, sagte er. „Die Häuser sind sehr in Mitleidenschaft gezogen, aber die kann man reparieren, da sind wir fleißig dabei.“ Er schätzte, dass die Aufräumarbeiten noch zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen.

Kein Beleg für einen möglichen Tornado

Medienberichte über einen möglichen Tornado konnte der DWD-Tornado-Experte Andreas Friedrich nicht bestätigen. Er sagte der MAZ: „Im Moment gibt es keinerlei Indizien, dass in Deutschland am Sonntag ein Tornado stattgefunden hat. Alles, was ich gesehen und gehört habe, spricht für eine Gewitterfallböe.“ Diese seien 100 Mal häufiger als Tornados, verursachten aber auch „starke, schneisenartige Schäden“, so Friedrich weiter.

Solche Fallböen könnten Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen und dauerten nur wenige Minuten. „Bei solchen Böen fallen Regen oder Hagel nach unten und reißen kalte Luft mit nach unten, der am Boden umgelenkt und manchmal durch örtliche Gegebenheiten kanalisiert wird, was den kleinräumigen Sturm weiter verstärkt.“

Auf dem Radar nicht zu sehen

Das Problem für Wetterexperten: „Tornados kann man nicht auf Radarbildern sehen. Sie sind zu kleinräumig und ganz nah an der Wolke“, erklärt Friedrich. Man brauche deshalb verlässliche Augenzeugen und Bilder und Filmaufnahmen, um sagen zu können, was genau passiert ist. „Es gibt keine Aufnahmen, keine Videos, die ich kenne“, sagte er. „Von den Indizien her und anhand des Schadensbildes gehen wird von einer Gewitterfallböe aus, die etwa eine Geschwindigkeit zwischen 120 und 180 Kilometer pro Stunde hatte.“

Von RND/dpa/Jens Steglich

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