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Brandenburg Hier kann man Wölfe aus nächster Nähe beobachten
Brandenburg Hier kann man Wölfe aus nächster Nähe beobachten
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00:20 21.04.2019
Wölfe werden bei Nacht aktiv. Quelle: adobe/franck
Schorfheide

 Im Lichtkegel der Taschenlampen blitzen sie auf: Ein Paar großer, runder Wolfsaugen. „Das ist Maja, unser kleiner Wirbelwind“, sagt Imke Heyter und wirft ein Stück Rindfleisch ins Gehege. Mit einem Satz stürzt sich das zwei Jahre alte Jungtier auf den Leckerbissen. Im Dickicht der Bäume hinter Maja raschelt es. Erst ein, dann zwei, dann drei und schließlich vier Augenpaare kommen im Dunkel der Nacht zum Vorschein. Die Tiere nähern sich vorsichtig dem Zaun. Futterzeit im Wolfsgehege im Wildpark Schorfheide.

„Na, meine Süßen“, begrüßt Imke Heyter das Rudel von fünf Tieren. Seit über 13 Jahren leitet die 46-Jährige die Tierschutzeinrichtung bei Groß Schönbeck im Barnim. Die nächtlichen Touren zu den hungrigen Vierbeinern der Anlage machen der stolzen „Wolfsmama“ besonders viel Spaß. „Maja, hör auf zu stänkern und lass den anderen auch was zu futtern übrig“, ruft Heyter ins Gehege. Maja wollte einer ihrer Schwestern ein besonders großes Fleischstück nicht gönnen. „Das Mädchen ist so dominant, die wird mal Alpha-Wölfin“, erklärt Heyter.

Zwei Naturparks mit Wolfsnächten

Der Wildpark Schorfheide veranstaltet am Karfreitag eine lange offene Wolfsnacht inklusive Osterfeuer. Der Wildpark ist bis 24 Uhr geöffnet. Am 17. Mai findet dann die nächste Vollmondwolfsnacht statt.

Brandenburg kann man nicht nur in der Schorfheide nachts auf Tuchfühlung mit den Raubtieren gehen. Der Tierpark Kunsterspring (Ostprignitz-Ruppin) bietet eine ganze Reihe von Wolfsnächten. Die nächsten Veranstaltungen sind am 18. und 26. April, jeweils von 21 bis 23 Uhr. Voranmeldung unbedingt erforderlich: 03 39 29 / 70 271

Seit knapp zehn Jahren bietet der Wildpark Wolfsnächte – inklusive Raubtierfütterung vor oft städtischem Publikum. Die Besucher, an diesem Abend sind es 50, schauen gebannt zu. Von einer Plattform hat man dank der vielen Taschenlampen einen guten Blick auf das Geschehen.

 „In vielen Mythen ist der Wolf das gefährlichste Raubtier überhaupt und im Augenblick hat er auch keine gute Presse“, sagt Inge Breitensträter. „Dabei sind Wölfe faszinierende, soziale Wesen, die sich um ihre Welpen und Alten liebevoll kümmern.“ Die 65-Jährige ist an diesem Abend aus Berlin in die Schorfheide gekommen, um einen Wolf zu sehen. „Würden die Wölfe Sie beißen, wenn Sie da jetzt reingingen?“, will Breitensträter von Wildparkchefin Heyter wissen. Die kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Ach, I wo, die Rabauken würden mich wie Hunde abschlabbern und mich mit ihrer Liebe erdrücken.“

Zwischen Wolfshassern und Wolfsfreunden

Imke Heyter leitet den Wildpark Schorfheide Quelle: Jerome Lombard

Seit Dezember vergangenen Jahres gibt es auf dem Wildparkgelände auch ein Wolfs-und Herdenschutzinformationszentrum. In der Multimediaausstellung wird über den europaweit streng geschützten Wolf und dessen Jagdverhalten informiert. Auch Seminare speziell für Weidetierhalter, bei denen ihnen gezeigt wird, wie sie ihre Schafe und Ziegen durch Elektrozäune und Herdenschutzhunde gegen Wolfsattacken schützen können, soll es ab diesem Jahr geben. Die Wolfsbeauftragte des Landes Brandenburg, Valeska de Pellegrini, hat in dem Zentrum ein kleines Büro.

Nachttouren sind immer ausgebucht

Die mehrmals im Monat stattfindenden Nacht-Touren zu den Wölfen, die immer ausgebucht sind, starten mit einem Rundgang durch die Ausstellung. „Ich glaube, einem Wolfsrudel einmal von Nahem beim Fressen und Spielen zuzusehen, ist das beste Mittel gegen die Angst“, sagt Heyter. Mit Aufklärung sei ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf möglich.

 Davon sind auch Grit Müller und Markus Föderl nach der Exkursion überzeugt. „Ich finde es unsinnig, dass über eine einzige Tierart so ein medialer Hype veranstaltet wird“, sagt Förderl. Das naturinteressierte Paar aus Potsdam hatte vor der Tour in der Schorfheide noch nie live einen Wolf gesehen. „Wir wollten uns selber ein Bild machen“, sagt Müller. „Ich finde, der Wolf steht zu Unrecht am Pranger.“ Ihren Brandenburger Freunden, die dem Tier gegenüber zum Teil äußerst skeptisch eingestellt seien, wollen sie jedenfalls einen Besuch bei der Wolfsfamilie in der Schorfheide wärmstens empfehlen.

Von Jerome Lombard

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