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Brandenburg Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Pflegeausbildung
Brandenburg Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Pflegeausbildung
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17:37 04.12.2019
Zwei Jugendliche in der Ausbildung zum Krankenpfleger: Künftig gibt es nur noch eine statt drei Ausbildungen. Quelle: Juergen Blume/dpa
Potsdam

Es ist ein Kraftakt für alle Beteiligten: Ab dem kommenden Jahr werden die Ausbildungen zum Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger zusammengefasst. Statt drei unterschiedlicher Ausbildungen gibt es nur noch eine gemeinsame – fertige Azubis sind im Anschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Hintergrund ist das Bundesgesetz zur Reform der Pflegeberufe aus dem Juli 2017.

Umsetzen müssen es die Länder und die Pflegeschulen. In Brandenburg stelle die Umstrukturierung Träger und Pflegeschulen vor große Herausforderungen, sagte Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch. Man habe sich für die Umsetzung beim Bund mehr Zeit gewünscht – ohne Erfolg. „Wir denken aber, die Ausbildung in der Pflege wird dadurch attraktiver“, sagte Nonnemacher. Die MAZ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ändert sich für Azubis?

Wer sich künftig für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, wird in Theorie und vor allem Praxis in allen Bereichen geschult. Er lernt und arbeitet zur Probe im Krankenhaus, in einem Pflegeheim und in einer pädiatrischen Einrichtung. Zehn Prozent dieser Praxiszeit muss er dabei von einer Lehrkraft betreut werden.

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Das ist neu, zuvor waren nicht einmal fünf Prozent verpflichtend. Zwei Jahre dauert die gemeinsame Ausbildung. Erst im dritten Jahr gibt es die Möglichkeit, sich auf einen Bereich zu spezialisieren. Damit wird es für fertig ausgebildete Pfleger einfacher, später einmal den Job zu wechseln. Für Azubis, die gerade schon ausgebildet werden, ändert sich am 1. Januar allerdings nichts. Der erste Jahrgang nach dem neuen Gesetz startet im April.

Was ist neu für Pflegeschulen?

Hier ändert sich eine ganze Menge. Die Schulen mussten neue Lehrpläne entwerfen, weil sie künftig nicht nur einen sondern drei Berufe zusammengefasst unterrichten. Zudem müssen Träger und Schulen reihenweise neue Kooperationspartner finden. Denn wer bislang nur Altenpfleger ausbildete, hat eher noch keine Kontakte zu pädiatrischen Einrichtungen, in denen die Azubis künftig ihren Praxisteil als Kinderkrankenpfleger absolvieren können.

Das Ministerium hat dafür unter pflegeportal-brandenburg.de eine neue Plattform geschaffen, auf der sich Interessierte informieren und Einrichtungen koordinieren können. Die Träger der Pflegeeinrichtungen sehen ihre Azubis zudem deutlich weniger als bisher. Auszubildende, die zuvor Monate am Stück im Krankenhaus direkt neben der Pflegeschule gearbeitet haben, sind jetzt häufiger in anderen Häusern zu Gast. Für die Träger der Pflegeschulen könnte damit der sogenannte „Klebeeffekt“ abnehmen. Heißt: Es ist längst nicht mehr klar, dass ein Azubi nach seiner Ausbildung auch in der Einrichtung des Trägers einen Job annimmt.

Wer finanziert das alles?

Künftig zahlen alle Einrichtungen einen Anteil – egal ob sie ausbilden oder nicht. Oder wie Ministerin Nonnemacher es ausdrückt: „Die Dummen waren bislang diejenigen, die ausbilden. Das wird jetzt geändert und das ist auch völlig in Ordnung“. Krankenhäuser wie ambulante und stationäre Einrichtungen zahlen nach einem vom Bund vorgegebenen Schlüssel in einen Ausgleichsfonds ein, der vom Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) verwaltet wird. Für das Jahr 2020 hat das LASV einen Bedarf von 24,3 Millionen Euro berechnet.

Was sind die größten Herausforderungen?

Ein Jahr werde es wohl dauern, bis sich Träger, Schulen und Lehrkräfte auf die neuen Gegebenheiten vollständig eingestellt haben, sagte Andreas Kaczynski von der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände am Mittwoch. Zunächst gibt es also viel Koordinierungsbedarf. Dazu ist fraglich, ob es genügend Praxisplätze in einzelnen Bereichen geben wird. Ein Beispiel: Aktuell gibt es 3880 Auszubildende für Pflegeberufe in Brandenburg, nur 133 davon stammen aus der Kinderkrankenpflege. Künftig müssen alle Azubis einen Praxisteil in einer pädiatrischen Einrichtung absolvieren. Das könnte noch interessant werden.

Kann damit nun die Pflegekrise gelöst werden?

Sicherlich nicht. Dafür braucht es eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte, einen höheren Personalschlüssel in den Einrichtungen und ein besseres Image des Berufsbildes. Die neue Ausbildung sei aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, hieß es am Mittwoch übereinstimmend. Man schließe damit die Lücke zu anderen europäischen Ländern, wo eine gemeinsame Ausbildung längst Standard sei. Zudem steigen die Karrieremöglichkeiten für die neuen Pflegefachkräfte, die künftig eine gemeinsame Ausbildungsbasis haben.

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Von Ansgar Nehls

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