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Brandenburg Notbetreuung wegen Corona: Um diese Berufe geht es
Brandenburg Notbetreuung wegen Corona: Um diese Berufe geht es
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13:27 16.03.2020
16.03.2020, Hamburg: Ein Flipchart mit der Aufschrift «Anmeldung Notbetreuung» steht auf dem Gelände der Grundschule Hoheluft. Wegen des Corona-Virus bleiben in der Hansestadt alle Schulen und Kitas geschlossen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Potsdam

Ab diesem Mittwoch sind aus Vorsorge vor dem Coronavirus die Schulen und Kitas in Brandenburg regulär geschlossen für den Großteil der Kinder. Für Kinder von Eltern, die in wichtigen Berufen arbeiten, ist eine Notbetreuung in Kitas und Horten geplant. Verantwortlich für die Notbetreuung und die Details sind die Kommunen, also Landkreise und kreisfreie Städte. Die Landesregierung hat inzwischen präzisiert, welche Voraussetzung für die Notbetreuung gelten und welche Eltern davon profitieren sollen.

Voraussetzung

Beide Elternteile - bei Alleinerziehenden das Elternteil mit Sorgerecht - arbeiten in sogenannten kritischen Infrastrukturen und können eine Betreuung der Kinder anderweitig nicht organisieren.

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Um diese Berufe geht es

Gesundheit: Medizin, Pflege, Pharma, Erziehungshilfe

Sicherheit: Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz

Leistungen: Energie, Abfall, Ab- und Wasserversorgung, öffentlicher Nahverkehr, Telekommunikation, Kindertagesbetreuung

Wirtschaft: Lebensmitteleinzelhandel, Land- und Ernährungswirtschaft, Versorgungswirtschaft

Behörden: Verwaltung von Bund, Land und Kommunen

Justiz: Justizvollzug, Maßregelvollzug, Rechtspflege

So soll es organisiert werden

Die Landräte und Oberbürgermeister entscheiden über die Einrichtungen der Notbetreuung, die Öffnungszeiten und über die Beschäftigtengruppen. Dazu laufen derzeit in den Landkreisen und Städten die Abstimmungen.

In Berlin stellte die Bildungssenatsverwaltung dafür nun ein Online-Formular für Eltern bereit. Die sogenannte Selbsterklärung der Eltern gibt es als pdf-Datei in mehreren Sprachen. Das Angebot gilt wie in Brandenburg nur, wenn beide Elternteile zu den genannten Berufsgruppen gehören. Dazu gehören zum Beispiel Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Wasserversorgung, Pflege oder Lebensmitteleinzelhandel.

Wenn ein Elternteil nicht zu den systemrelevanten Berufsgruppen gehöre, müsse die Familie wie alle anderen Berliner Eltern auch die Betreuung selbst organisieren, teilte die Senatsverwaltung mit. „Ich weiß, dass die Schließzeit für viele Eltern eine große Belastung bedeutet. Ich setze aber auf ihr Verständnis“, erklärte Senatorin Sandra Scheeres (SPD). „Die Maßnahme ist im Interesse der Gesundheit aller Berliner und Berlinerinnen. Bitte nehmen Sie die Notbetreuung nur in Anspruch, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Unser Ziel muss sein, dass so wenige Kinder wie möglich in den Einrichtungen sind.“

Lehrer: Schulschließung sind ein Problem

Die geplante Schulschließung für einen Großteil der Kinder in Brandenburg ab Mittwoch führt nach Ansicht der Lehrer zu einigen Komplikationen. Die Schüler, die schon an diesem Montag zuhause geblieben seien, hätten die Information nicht, wie sie weiter an Stoff für Fernunterricht kämen und wie die E-Mail-Ketten aufgebaut würden, sagte der Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbands, Hartmut Stäker. Außerdem würden noch Klassenarbeiten geschrieben. Er sieht auch für Abiturienten ein Problem: „Wenn sich das fortsetzt bis zum Ende des Schuljahres, fehlen Noten. Dann werden sie nicht zum Abitur zugelassen.“

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte am Freitag betont, dass das Abitur nicht in Gefahr sei.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abzubremsen, wird der reguläre Unterricht in Schulen und die bisherige Betreuung in Kitas ab Mittwoch vorerst bis 19. April ausgesetzt. Zehntausende berufstätige Eltern sind davon betroffen. Die Schüler können aber schon ab diesem Montag zuhause bleiben, wenn die Eltern die Schule informieren. Verbandspräsident Stäker, der Physik unterrichtet, sagte, die meisten Schüler seien gekommen, einige nicht.

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Von MAZ-Online

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