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Brandenburg 7900 mehr – Im Osten hat nur Brandenburg ein Bevölkerungsplus
Brandenburg 7900 mehr – Im Osten hat nur Brandenburg ein Bevölkerungsplus
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14:23 27.06.2019
Quelle: dpa
Potsdam

Nur Brandenburg hat unter den ostdeutschen Bundesländern im vergangenen Jahr ein Bevölkerungsplus zu verzeichnen. Unter dem Strich wuchs die Bevölkerungszahl um 7900. Ansonsten vermeldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag ein Ost-West-Gefälle: Mit Ausnahme des Saarlands wuchs die Bevölkerung in allen westlichen Bundesländern, in den neuen Bundesländern ohne Berlin und Brandenburg gab es Verluste.

Mit knapp über 83 Millionen Menschen hat Deutschland derzeit so viele Einwohner wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr wuchs die Bevölkerung um 227 000 Bürger oder 0,3 Prozent, wie das Bundesamt mitteilte. Damit stieg die Einwohnerzahl den Angaben zufolge erstmals knapp über die Marke von 83 Millionen, die exakte Zahl zum Jahresende gab das Bundesamt mit 83,0192 Millionen an.

Grund sei, dass nach vorläufigen Ergebnissen 386 000 Menschen mehr zu- als abwanderten und zugleich die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um 167 000 überstieg. Das Wachstum fiel aber geringer aus als in den Vorjahren: 2017 hatte es 271 000 betragen, im Jahr zuvor 346 000. Der Ausländeranteil stieg von 11,7 auf 12,2 Prozent. Ende 2018 lebten 72,9 Millionen deutsche und 10,1 Millionen ausländische Bürger (plus 4,2 Prozent) in Deutschland.

Die Entwicklung verlief den Angaben zufolge regional unterschiedlich. Den größten Zuwachs verzeichnete Bayern mit 79 500 Menschen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 46 100 und Berlin mit 31 300 Einwohnern. Prozentual hatten Berlin (plus 0,9 Prozent) sowie Bayern und Hamburg (jeweils plus 0,6 Prozent) die Nase vorn.

Trotz hoher Zuwanderung altert Deutschland

Deutschlands Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten trotz hoher Nettozuwanderung und gestiegener Geburtenzahlen im Durchschnitt immer älter. Das geht aus der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Danach wird der derzeit stattfindende Bevölkerungsanstieg noch bis mindestens 2024 anhalten und spätestens ab 2040 wieder zurückgehen. Im Jahr 2060 werde die Bevölkerungszahl voraussichtlich zwischen 74 und 83 Millionen Menschen liegen. Ende 2018 lebten in der Bundesrepublik rund 83,02 Millionen Menschen, 227 000 (0,3 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.

Bei einer moderaten Entwicklung von Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung werde die Bevölkerungszahl bis 2060 in den westdeutschen Flächenländern um vier Prozent und in den ostdeutschen Flächenländern um 18 Prozent abnehmen, hieß es weiter. In den Stadtstaaten werde sie dagegen um zehn Prozent wachsen. Dabei wurden wirtschaftliche Konjunkturprognosen außer Acht gelassen.

Im Durchschnitt 1,57 Kinder je Frau

Laut Statistischen Bundesamt lag die jährliche Geburtenziffer in Deutschland 2017 bei 1,57 je Frau und die Lebenserwartung bei Jungen 78,4 Jahre und bei Mädchen 83,2 Jahre. Die Nettozuwanderung lag 2018 bei 386 000 Personen.

Für die kommenden 20 Jahre zeichne sich vor allem ein Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter und ein Anstieg der Seniorenzahl ab. Dieser Trend lasse sich „trotz einer relativ weit gefassten Spannweite der Annahmen zur künftigen Entwicklung“ nicht aufhalten, hieß es weiter.

So waren 2018 in Deutschland 51,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 66 Jahren. Bis 2035 werde die erwerbsfähige Bevölkerung um rund vier bis sechs Millionen auf 45,8 bis 47,4 Millionen schrumpfen. Anschließend werde sie sich zunächst stabilisieren und danach bis zum Jahr 2060 je nach der Höhe der Nettozuwanderung auf 40 bis 46 Millionen sinken. Ohne Nettozuwanderung würde sich die Bevölkerung im Erwerbsalter bereits bis 2035 um rund neun Millionen Menschen verringern, heißt es in dem Bericht.

Bis 2060 verliert der Osten 30 Prozent der Bevölkerung

Dabei wird in den ostdeutschen Flächenländern bis 2060 mit einem stärkeren Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung gerechnet (minus 30 Prozent) als im Westen (minus 16 Prozent) und in den Stadtstaaten (minus vier Prozent). Die Zahl der Menschen im Alter ab 67 Jahren stieg bereits zwischen 1990 und 2018 um 54 Prozent auf 15,9 Millionen. Sie wird bis 2039 um weitere fünf bis sechs Millionen auf mindestens 21 Millionen wachsen und anschließend bis 2060 relativ stabil bleiben.

Die Zahl der Menschen im Alter ab 80 Jahren wird von 5,4 Millionen im Jahr 2018 bereits bis 2022 auf 6,2 Millionen steigen und dann bis Anfang der 2030er Jahre auf diesem Niveau bleiben. Danach sei bis 2050 ein stetiger Anstieg auf 8,9 bis 10,5 Millionen zu erwarten, je nach Entwicklung der Lebenserwartung.

Bei der Vorstellung der Bevölkerungsvorausberechnung betonte Sabine Bechtold als zuständige Abteilungsleiterin, es handele sich um keine Prognosen. Vielmehr liefere der Bericht „Wenn-Dann-Aussagen“ und zeige, wie sich die Bevölkerung und deren Struktur unter bestimmten Annahmen verändern würden.

Lesen Sie auch die Bevölkerungsprognose für Brandenburg bis 2035:

https://www.maz-online.de/Brandenburg/Demografie-Studie-Dem-Osten-gehen-die-Menschen-aus

Von MAZ/epd

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