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Brandenburg Offener Brief gegen die AfD: „Das ist bereits unser Land“
Brandenburg Offener Brief gegen die AfD: „Das ist bereits unser Land“
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09:47 21.08.2019
Eine „Revolution mit dem Stimmzettel“ propagiert Alexander Gauland. Seine persönliche 1989er-Revolution saß der der AfD-Bundesvorsitzende in Hessen aus. Quelle: Rüdiger Böhme
Potsdam

Seit Wochen erhitzt die AfD-Kampagne für die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen (Landtagswahlen jeweils am 1. September) und Thüringen (27. Oktober) die Gemüter. Die taz hat die Slogans „Vollende die Wende“ und „Hol’ dir dein Land zurück“, die sich ungeniert die friedliche Revolution in der DDR vor 30 Jahren aneignen, zuletzt zutreffend als „Besserwessi-Bullshit“ gewürdigt – ausgeheckt wurden sie nämlich von Politikern wie Andreas Kalbitz, Björn Höcke und Alexander Gauland, die allesamt in der alten BRD sozialisiert worden sind.

Auch der gebürtige Münchner Andreas Kalbitz hat die „friedliche Revolution“ von 1989 für sich entdeckt. Quelle: Patrick Pleul/dpa

Indes: Auch die taz steht für die alte BRD (und West-Berlin). Was bislang in der öffentliche Debatte fehlte, war ein gemeinschaftlicher Aufschrei ehemaliger DDR-Bürgerrechtler, die es aus eigener Lebenserfahrung besser wissen als die Führungsriege der AfD. Seit Dienstagabend liegt ein solcher Text vor – nachzulesen ist er auf der Website der Robert-Havemann-Gesellschaft. Die Überschrift lautet: „Nicht mit uns: Gegen den Missbrauch der Friedlichen Revolution 1989 im Wahlkampf“.

Zu den knapp 100 Unterzeichnern gehören die ehemalige Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, die Autorin und Regisseurin Freya Klier, der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der letzte DDR-Außenminister Markus Meckel (beide SPD) sowie der Pfarrer und spätere CDU-Politiker Rainer Eppelmann.

Die MAZ dokumentiert den Text in Auszügen

„Wenn heute die „Alternative für Deutschland“ versucht, die DDR mit der jetzigen Bundesrepublik gleichzusetzen und ihre Führung versucht, sich als Vollender einer angeblich unvollkommenen Revolution anzupreisen sowie zum Aufstand aufzurufen, so wird hier eine Geschichtslüge verbreitet. Die DDR war eine kommunistische Diktatur, und die Bundesrepublik ist eine freiheitliche Demokratie.

Wer diese Unterschiede nicht anerkennt, verharmlost die SED-Diktatur. Deutschland braucht keine Revolution 2.0, wir werden nicht unterdrückt, wie es die Staatssicherheit im Auftrag der SED praktizierte. Wir lehnen Parolen wie: „Hol Dir Dein Land zurück – vollende die Wende!“ ab. Das ist bereits unser Land!

Für die Demagogen der AfD sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen. Wir haben ein Land, in dem noch viel zu ändern und zu verbessern ist. Das ist in der Demokratie immer so. Demokratie ist anstrengend, weil viele Interessen um den besten Weg gemeinsam ringen. Lasst uns gemeinsam anstrengen, lasst uns gemeinsam die garantierten Grundrechte im Grundgesetz verteidigen und lasst uns gemeinsam nach Verbesserungen für unsere Gesellschaft suchen. Dafür brauchen wir keine Spalterpartei wie die AfD. Spaltung hatten wir in Deutschland lange genug!“

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Von MAZonline/tk

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