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Brandenburg Oilen nach Aten
Brandenburg Oilen nach Aten
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17:58 28.03.2019
Schreiben will gelernt sein. Das klappt in Brandenburg aber nicht so gut. Quelle: Jens Kalaene/dpa
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Potsdam

Sollen Kinder so schreiben, wie sie die Wörter verstehen, auch wenn dabei Oilen nach Aten getragen werden? Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat der umstrittenen Lehrmethode „Lesen durch Schreiben“, die auf Lust und Kreativität, statt auf Verstehen und Korrigieren setzt, den Kampf angesagt. Studien zeigen, dass die nach dieser Methode unterrichteten Kinder größere Probleme haben, später korrekt zu schreiben. Sich von der Methode zu verabschieden, ist also konsequent.

Die miserablen Rechtschreibleistungen der Brandenburger Schüler lassen sich aber nicht mit „Lesen durch Schreiben“ erklären. Denn das wird in Reinkultur kaum angewandt. Alarmierend sind die Ergebnisse des letzten IQB-Bildungstrends allemal: Fast jeder vierte Brandenburger Viertklässler scheitert demnach an orthografischen Mindeststandards. Das ist desaströs.

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Deswegen ist die Initiative von Bildungsministerin Ernst nur zu begrüßen, die mit einem Fünf-Punkte-Plan die Rechtschreibung verbessern will. Viel wichtiger als die Abschaffung von „Lesen durch Schreiben“, aber eben auch aufwändiger, ist ihre Forderung, dass die Rechtschreibung in allen Fächern und eben nicht nur im Deutschunterricht korrigiert wird. Kinder sollen begreifen, dass das korrekte Schreiben (und Sprechen) in allen Bereichen wichtig ist. Es steht aber zu befürchten, dass die Anstrengungen verpuffen werden, weil immer mehr Quereinsteiger bevorzugt an Grundschulen eingesetzt werden, dort also, wo die basalen Kompetenzen vermittelt werden sollen.

Von Torsten Gellner