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Brandenburg Online-Kleinanzeigen: In Brandenburg immer beliebter
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Online-Kleinanzeigen: in Brandenburg immer beliebter

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12:48 12.09.2021
Babysachen, Möbel, Technik: Vieles lässt sich tauschen, verkaufen oder verschenken, wenn man es nicht mehr braucht. Tausch- und Verkaufsbörsen gibt es einige im Internet - und sie werden größer.
Babysachen, Möbel, Technik: Vieles lässt sich tauschen, verkaufen oder verschenken, wenn man es nicht mehr braucht. Tausch- und Verkaufsbörsen gibt es einige im Internet - und sie werden größer. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Potsdam

Das Interesse am Tausch und Verkauf über Börsen im Internet hat in Brandenburg zugenommen - vor allem während der Corona-Pandemie. „Die Anzahl der Anzeigen in Brandenburg hat sich innerhalb der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt“, sagte Franziska Freytag, Sprecherin des Online-Portals Ebay Kleinanzeigen mit Sitz in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). Derzeit seien in Brandenburg rund 1,23 Millionen Inserate geschaltet. Im September 2018 seien es noch 743 271 Anzeigen gewesen.

„Seit Beginn der Pandemie wurden vermehrt Anzeigen auf Ebay Kleinanzeigen eingestellt“, sagte die Sprecherin. Im Juli 2020, knapp vier Monate nach Beginn des ersten Lockdowns, habe es in Brandenburg über eine Million Anzeigen gegeben. Seither sei die Anzahl bis heute um weitere 21 Prozent gestiegen. Spitzenreiter in Brandenburg ist der Sprecherin zufolge die Landeshauptstadt Potsdam mit gut 100 000 Anzeigen.

„Familie, Kind und Baby“ als erfolgreichste Rubrik

Auf dem Portal ist vieles möglich, so auch der Verkauf zum kleinen Preis oder ein Tausch. „Dafür haben wir eigens die Kategorie „Tauschen“ geschaffen, in die solche Anzeigen eingestellt werden können“, sagte Freytag. Ob verkauft oder getauscht, mit gut 310 000 Anzeigen auf dem Portal stellt die Rubrik „Familie, Kind und Baby“ die größte Gruppe in Brandenburg dar, dicht gefolgt von „Haus und Garten“.

Kinder- und Babysachen sind auch in der Gruppe „Alles für‚n schmalen Taler in 16909“ im Online-Netzwerk Facebook beliebt. Über 2000 Mitglieder, vor allem aus dem Raum Wittstock (Kreis Ostprignitz-Ruppin), gehören ihr an. Im Jahr 2015 hat Susann Wegener die Gruppe mitgegründet. „Ich war vorher in Berlin, da gab es sowas schon. Und ich dachte, das kann auch hier funktionieren“, sagte Wegener. Sie habe den Eindruck, seit der Corona-Krise sei das Interesse noch größer. Dort wird nicht nur Mode verschenkt oder verkauft, auch Möbel oder Technik werden gehandelt. Nur Immobilen und Lebewesen sind tabu.

„Saatgut-Tauschbörse“ am 18. September

Das Besucherzentrum auf Burg Lenzen (Prignitz) hat seine zweite „Saatgut-Tauschbörse“ online abhalten müssen, denn wegen Corona fiel sie im Februar aus. „Das ist natürlich nicht so spannend wie vor Ort, aber es haben Leute mitgemacht“, berichtete Heiko Bölk vom Besucherzentrum. Das Ziel der Börse sei es vor allem, alte Sorten - vom Apfel bis zur Staude - wiederzuentdecken oder zu erhalten. Am 18. September soll die Börse wieder analog auf der Burg stattfinden, wie Bölk ankündigte.

„Geben- und Nehmen-Markt“ erst im Frühjahr wieder

Schon einige Jahre vor der Corona-Pandemie hat die Landeshauptstadt Potsdam ihren „Geben- und Nehmen-Markt“ auch ins Netz gestellt. Dort können Nutzer kostenlos Inserate veröffentlichen. Das Ziel: online wie beim richtigen Markt in der Stadt Abfall vermeiden und Dinge weiter nutzen. Dort waren online allerdings zuletzt nur drei Angebote vorhanden. Immer im Frühling und Herbst lockt der Markt seit zehn Jahren nach Potsdam vor Ort. Der nächste Markt finde aus organisatorischen Gründen im Frühjahr 2022 statt, sagte Stadtsprecherin Juliane Güldner.

Zeit zum Anlaufen brauche auch die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Koordinierungsstelle für Wohnungstausch. Die wichtigsten Zielgruppen für den Wohnungstausch seien dabei Haushalte mit Kindern, die zu wenig Platz haben, sowie ältere Haushalte in größeren Wohnungen, die sich bewusst auf ihren Lebensabend einstellen wollen und nach optimalen Wohnmöglichkeiten suchen. „Gerade mit Blick auf letztere Zielgruppe wollen wir das Projekt noch nicht online laufen lassen“, sagte Güldner.

Von RND/dpa