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Brandenburg Gauland sieht Pegida bestätigt
Brandenburg Gauland sieht Pegida bestätigt
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13:38 08.01.2015
Alexander Gauland
Alexander Gauland Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs AfD-Chef und stellvertretender Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, interpretiert den Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida. "All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft", sagte Gauland am Mittwoch. Der tödliche Angriff auf die Redaktion des französischen Satiremagazins sei ein Anschlag auf Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit.

Er fügte hinzu: "Das Massaker von Paris zeigt auch, wie fragil und schutzbedürftig die Grundwerte unserer Gesellschaft sind. Vor diesem Hintergrund erhalten die Forderungen von Pegida besondere Aktualität und Gewicht." Die etablierten Parteien sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie bei ihrer Haltung, "die Menschen von Pegida weiter zu diffamieren", bleiben wollten. Erst kürzlich hatte Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck vor Pegida gewarnt und von "Missbrauch" des Slogans "Wir sind das Volk" gesprochen.

Olaf Henkel warnt vor Stimmungsmache gegen Ausländer

Gaulands Vorstandskollege und AfD-Europaabgeordneter Olaf Henkel warnte indes bei "Focus online" davor, den Anschlag zu missbrauchen und damit die "Stimmung gegen Ausländer anzuheizen". Er selbst würde sich nicht mit Pegida an einen Tisch setzen. Grundsätzlich sei es aber legitim, wenn die sächsische AfD die Pegida-Initiatoren kennenlernen wolle. Die AfD Sachsen hatte am Mittwoch ein Treffen mit Organisatoren der islamkritischen Bewegung "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) bestätigt.

SPD: Gaulands Aussagen sind niederträchtig

Brandenburgs SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz wirft Alexander Gauland Hetze vor. Gauland missbrauche "den schrecklichen Anschlag in Paris, um gegen die Muslime in Europa zu hetzen". "Er versucht die Taten einzelner Fanatiker ganzen Glaubensgruppen in die Schuhe zu schieben. Das ist niederträchtig und verantwortungslos", so Geywitz weiter.

Linke: Gauland verhöhnt die Opfer

Die Geschäftsführerin der brandenburgischen Linken, Andrea Johlige, warf Alexander Gauland vor, er verhöhne die Opfer und versuche, aus dem Anschlag politisches Kapital zu schlagen. Nebenbei schüre er auch noch Ressentiments und Hass. "Einfach ekelhaft."

Terroranschlag in Paris mit 12 Toten

Beim schwersten Terroranschlag in Frankreich seit einem halben Jahrhundert ist am Mittwoch praktisch die gesamte Führungsmannschaft des islamkritischen Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ermordet worden. Die Staatsanwaltschaft sprach am Mittwochabend von zwölf Toten, darunter sind zwei zum Schutz des Magazins abgestellte Polizisten. Die Täter flüchteten mit Autos. Sie wurden inzwischen identifiziert, darunter seien zwei Brüder aus Paris mit französischer Staatsangehörigkeit. Die Tat löste weltweit Entsetzen aus.

Präsident François Hollande eilte sofort zum Tatort und rief die Nation zur Einheit auf. Er sprach von „Barbarei“ und ordnete für Donnerstag einen nationalen Trauertag an. „Diese abscheuliche Tat“ sei ein Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Tat wurde auch von Muslimverbänden und anderen Religionen in Frankreich vehement verurteilt.

Der Anschlag erfolgte am Tag des Erscheinens des islamkritischen Romans "Soumission" (Unterwerfung) von Michel Houellebecq in Frankreich. "Charlie Hebdo" hatte aus diesem Anlass Houellebecq am Mittwoch auf sein Titelblatt gehoben und sich über den Schriftsteller lustig gemacht. Der Roman beschreibt das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten.

"Charlie Hebdo" war mehrfach wegen Mohammed-Karikaturen in die Kritik geraten. Bereits im November 2011 waren nach der Veröffentlichung einer "Scharia"-Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" die Redaktionsräume in Flammen aufgegangen.

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