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Brandenburg Pendler sollen es künftig besser haben
Brandenburg Pendler sollen es künftig besser haben
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19:53 07.02.2017
Reste der Stammbahn Potsdam-Kleinmachnow-Berlin.
Reste der Stammbahn Potsdam-Kleinmachnow-Berlin. Quelle: Dietmar Horn
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Potsdam

Die Brandenburger SPD fordert einen Ausbau des Schienenverkehrs zwischen Brandenburg und Berlin. Der Parteivorstand hat am Montagabend ein entsprechendes Infrastrukturpaket beschlossen. Es soll nun der Landtagsfraktion vorgelegt werden. Ziel sei, Pendlern schnelle und häufige Bahnverbindungen zu ermöglichen, sagte SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz am Dienstag. „Viele Brandenburger Bahnstrecken laufen in Berlin zusammen. Umso wichtiger ist die Verstärkung der Schieneninfrastruktur an diesem Knotenpunkt.“

Die märkische SPD stimmt mit der neuen Berliner Koalition überein. Rot-Rot-Grün hatte im Koalitionsvertrag den Wiederaufbau der Dresdner Bahn, der Potsdamer Stammbahn (von Potsdam über Kleinmachnow nach Berlin), der Kremmener Bahn (Prignitz-Express) sowie der Stammstrecke der nördlich von Berlin gelegenen Heidekrautbahn als Ziele beschlossen. Auch fast 30 Jahre nach dem Mauerfall seien das schmerzliche Lücken im Bahnnetz, so Geywitz. „Fahrgäste müssen Umwege in Kauf nehmen oder benutzen stattdessen ihr Auto.“

Erforderlich sei auch der Ausbau der Hamburger Bahn zwischen Berlin-Spandau, Falkensee und Nauen. Ebenso müssten Engpässe in den Knotenpunkten Spandau und Königs Wusterhausen beseitigt werden. Ein Netz aus schnellen Zugverbindungen ins weitere Umland soll die Lücke zwischen der klassischen S-Bahn und den Regionalexpress-Linien schließen. Neu eingerichtete Express-S-Bahnen im Wechselstromnetz könnten nach Vorstellungen der SPD künftig stündlich oder in Spitzenzeiten halbstündlich auch in entferntere Orte verkehren. Als Endpunkte im Umland seien Nauen, Werder/Havel, Beelitz, Ludwigsfelde und Wünsdorf denkbar.

Im SPD-Papier wird darauf verwiesen, das pro Werktag 270 000 Berufspendler zwischen Brandenburg und Berlin unterwegs sind. Dazu komme steigender Ausflugsverkehr. Aber nach Lückenschlüssen in den 1990er-Jahren und dem Ausbau der Nord-Süd-Achse 2006 habe – abgesehen von der Inbetriebnahme des Bahnhofs Berlin-Ostkreuz – die Entwicklung stagniert. Seit der Wende flossen zehn Milliarden Euro in den Verkehrsknoten Berlin. Für das jetzt geforderte Netzausbaukonzept sind weitere 600 bis 800 Millionen Euro nötig. Über das Papier soll nun die SPD-Landtagsfraktion beraten.

Lückenschlüsse im Schienennetz sind auch Teil der Brandenburger „Mobilitätsstrategie 2030“, die gestern vom Kabinett beschlossen worden war. Bei der Vorstellung des 30-seitigen Papiers nannte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) die Berliner „Nadelöhre Spandau und Bahnhof Königs Wusterhausen“. Teil der Strategie seien aber auch günstigere Taktzeiten und der Erhalt kleiner Bahnhöfe. Das Papier, das acht Kernpunkte enthält und landesweit öffentlich diskutiert wurde, sei ressortübergreifend erarbeitet worden, so Schneider. „Mobilität ist eng verknüpft mit Stadtentwicklung und Wohnungsbau, aber auch mit Wirtschaft und Landesplanung.“ In der Strategie verpflichtet sich das Land auch, ausreichend Planungs- und Investitionsmittel für den Ausbau von Landesstraßen zur Verfügung zu stellen, Ortsdurchfahrten zu sanieren und die Verkehrssicherheit zu verbessern. „Im Leistungsnetz ist der überwiegend gute Zustand zu erhalten“, heißt es.

Die Opposition kritisierte das Papier. „Die Mobilitätsstrategie liest sich eher wie Altpapier“, sagte der Verkehrsexperte der CDU, Rainer Genilke. Es enthalte nur wenige belastbare Aussagen. Genilke kündigte ein CDU-Papier an, das auf die Bedürfnisse von Pendlern, Touristen oder Schülern eingehen werde. Aus Sicht von Michael Jungclaus, Verkehrspolitiker der Grünen, spielt der öffentliche Personennahverkehr im Regierungspogramm nur eine untergeordnete Rolle.

Mobilitätsstrategie >

Von Volkmar Krause

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