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Brandenburg Kosten für Heimplätze in Brandenburg steigen um ein Drittel an
Brandenburg Kosten für Heimplätze in Brandenburg steigen um ein Drittel an
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17:20 25.11.2019
Mit jeder Lohnsteigerung in der Pflege werden die Kosten für Heimbewohner größer. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Potsdam

Die Unterbringung in einem Pflegeheim wird immer teurer. Wie eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab, stieg der Eigenanteil für einen Heimplatz von Anfang 2018 bis Mitte 2019 um rund 31 Prozent von 506 auf 661 Euro. In Berlin stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum um knapp 9 Prozent auf 841 Euro.

Die Kosten für einen Pflegeplatz lagen inklusive des Beitrags für Investitionskosten und Verpflegung in Brandenburg im Sommer damit im Schnitt bei 1572 Euro (auf Bundesebene: 1891 Euro).

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Nonnemacher fordert Deckelung der Kosten

Brandenburgs neue Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sprach sich für eine Deckelung der Pflegekosten aus. „Die zu Pflegenden oder ihre Angehörigen zahlen einen Eigenanteil, und der wächst mit steigenden Kosten, was inzwischen viele Menschen finanziell überfordert“, sagte sie am Montag gegenüber der MAZ.

Die Landesregierung werde sich deswegen gegenüber dem Bund dafür stark machen, dass Menschen in der stationären Pflege nur noch einen gedeckelten Eigenanteil zahlen müssen. Dies werde auch Thema der Sozialministerkonferenz sein, die am Mittwoch in Rostock beginnt.

„Gute Pflege hat ihren Preis“

Ein Grund für den Anstieg: Die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Aufwendungen ab und übernimmt steigende Kosten infolge von Lohnerhöhungen nicht. Für Gesundheitsministerin Nonnemacher ist das ein grundsätzliches Problem an der gegenwärtigen Pflegeversicherung.

„Es ist völlig klar, dass gute Pflege ihren Preis hat“, sagte sie. „Das zeigt sich allein schon an den Gehältern für die Pflegerinnen und Pfleger. Sie leisten gute und wichtige Arbeit und müssen selbstverständlich auch gut entlohnt werden. Das Problem besteht in der Kostenverteilung für die Pflege, die durch ein Bundesgesetz geregelt ist.“

„Extremer Handlungsdruck“

Die Gewerkschaft Verdi sowie die Verbände AWO und Diakonie haben vor diesem Hintergrund eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung gefordert. Die Bundesregierung dürfe nicht länger ignorieren, „dass es extremen Handlungsdruck gibt“, sagte ver.di-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler am Montag in Berlin.

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Die Organisationen sprachen sich für eine Pflegebürgerversicherung aus, die den Großteil der Kosten abdecken und die finanzielle Belastung für die Betroffenen kalkulierbar machen soll. Dabei verwiesen sie unter anderem auf die stark gestiegenen Eigenanteile für Heimunterbringungen.

Mit jeder Lohnsteigerung steigen die Heimkosten

Die Kosten für die Pflegebedürftigen stiegen mit jeder Tariferhöhung, sagte Diakonie-Vorständin Maria Loheide. Die Leistungen der Pflegeversicherung seien aber gedeckelt. Dadurch müssten Erhöhungen vollständig von den zu Pflegenden, Angehörigen oder dem Sozialamt finanziert werden, erläuterte Loheide. Sie forderte zumindest ein Einfrieren der Eigenanteile auf dem heutigen Niveau, mittelfristig auch eine Reduzierung der Eigenanteile.

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Zu den Forderungen der Sozialverbände gehört auch die nach einer besseren Bezahlung von Fachkräften in der Pflege. „Es darf nicht sein, dass eine Arbeit an Maschinen bei gleicher Qualifikation höher angesehen ist und besser bezahlt wird als Arbeit an Menschen“, sagte der AWO-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler.

Von Torsten Gellner

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