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Brandenburg So fährt sich ein Plug-In-Hybrid-Auto in Potsdam
Brandenburg So fährt sich ein Plug-In-Hybrid-Auto in Potsdam
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01:15 06.12.2018
Nancy Eggebrecht hat einen GTE-Passat von Volkswagen neun Tage getestet. Quelle: Fotos: Friedrich Bungert
Fahrland

 Nancy Eggebrecht steigt am Montagnachmittag mit etwas Wehmut aus dem dunkelblauen Plug-In-Hybrid-Auto im Potsdamer Ortsteil Fahrland.

„Ich werde es wirklich vermissen“, sagt die 28-Jährige. „Man gewöhnt sich so schnell an den Passat und seine vielen Funktionen, die einem das Leben erleichtern.“

Vor allem das Einparken auf Knopfdruck hat einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen, bei dem das Fahrzeug die Umgebung scannt, um dann wie von Geisterhand in die Parklücke zu steuern, ohne dass sie sich bewegt. „So etwas bräuchte jedes Auto“, findet die Potsdamerin. Sie blickt nach rund 1300 gefahrenen Kilometern auf eine insgesamt positive Testphase mit dem Passat GTE zurück, die am 24. November startete.

Hoher Verbrauch auf der Autobahn

Dass Eggebrecht überhaupt noch am Montag mit dem neuen Passat unterwegs ist, freut sie natürlich, da aus den ursprünglich sieben insgesamt neun Testtage wurden.

„Der Autovermittler rief mich an und hat mir Samstag und Montag als Abholtermine angeboten. Da habe ich natürlich den Montag gewählt, um den GTE noch das ganze Wochenende zu haben.“ So konnte sie zusammen mit ihrer Familie das Fahrzeug ausgiebig weitertesten, vor allem auf der Autobahn.

Potsdamerin Nancy Eggebrecht hat rund neun Tage den VW Passat GTE intensiv getestet. Was ihr gut und was weniger gut gefallen hat.

„Die Touren nach Wesenberg in Mecklenburg und ins polnische Slubice sind ein großer Fahrspaß gewesen. Allerdings ist der Kraftstoffverbrauch bei vier Personen im Auto mit teilweise 14 bis 15 Litern je hundert Kilometer ziemlich hoch gewesen“, sagt die Zollmitarbeiterin.

Elektroantrieb im Plug-In-Hybrid enttäuscht Potsdamerin

Der Verbrennungsmotor, der beim Plug-In-Hybrid zusammen mit einem Elektromotor das Auto antreibt, hatte viel zu tun am letzten Testwochenende, an dem die Potsdamerin rund 600 Kilometer zurücklegte.

Auf den Elektroantrieb konnte die zweifache Mutter auf der Autobahn nicht zurückgreifen, da sich dieser ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h zu schnell entlädt.

 

Wenn Eggebrecht etwas besonders am Auto gestört hat, war es die Reichweite, die sie mit dem Elektroantrieb zurücklegen wollte, aber nicht konnte.

„Nach rund 40 Kilometern war der Akku bereits leer, obwohl Volkswagen 50 Kilometer angegeben hat.“ Die 28-Jährige hätte sich stattdessen eine Akkulaufzeit von etwa 100 Kilometern gewünscht.

Kritik an Ladezeit und Smartphone-Fach

„Gerade bei einem geräumigen Passat wie dem GTE, in den die ganze Familie reinpasst und längere Touren zurücklegt, ist das schade. Da hätte ich am liebsten noch viel mehr auf den Elektroantrieb zurückgegriffen.“

Die Abschlussmarke des MAZ-Autotests. Quelle: RND/MAZ

Auch das viel zu kleine Smartphone-Fach und die eher lange Aufladezeit von vier Stunden bei eher geringer Reichweite fielen ihr negativ auf.

„Zwei oder drei Mal war die Batterie am Morgen auch gar nicht geladen, obwohl das Auto die ganze Nacht am Strom hing. Das kann ich mir bis heute nicht erklären“, sagt Eggebrecht.

Was ihr am Plug-In-Hybrid besonders gefallen hat

Umso einfacher fällt es ihr, in Worte zu fassen, warum ihr der Abschied vom GTE dennoch schwerfällt: „Das Fahrgefühl ist einfach fantastisch.

Dazu die LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlicht, das gelungene Navigationsgerät oder die zeitlich einstellbare Autoheizung: Das hatten meine bisherigen Autos nicht“, sagt die 28-Jährige.

Der Plug-In-Hybrid-Test kam für sie genau zum richtigen Zeitpunkt, da sie zusammen mit ihrem Partner Lars überlegt, sich im nächsten Jahr ein neues Auto zu kaufen und den alten Passat, einen Diesel, abzugeben.

„Prinzip in einem Familienauto noch nicht alltagstauglich“

Nun, wo der Test beendet ist, ist sie hier zumindest etwas weitergekommen. Der Drang, sich ein neues Auto zu kaufen, habe sich definitiv erhöht.

Sich einen Passat GTE zuzulegen, komme für sie aber trotzdem nicht infrage: „Es ist ein wirklich schönes Auto, aber das Prinzip des Plug-In-Hybriden in einem Familienauto, das längere Strecken zurücklegt, ist meiner Meinung nach noch nicht ausgereift und alltagstauglich“, findet die Potsdamerin. Sie sehe das Antriebskonzept eher in einem Zweitwagen, der ausschließlich Kurzstrecken in der Stadt zurücklegt.

Als Nancy Eggebrecht aus dem Plug-In-Hybrid-Passat zu ihrem Haus läuft, verschließt sich das Fahrzeug, ohne dass sie einen Knopf drücken oder Schlüssel drehen muss. „Das wird eine echte Umstellung, wenn ich wieder täglich mit meiner alten Krücke zur Arbeit nach Berlin fahre“, sagt die 28-Jährige. Und sie sich wieder komplett selbst um das Einparken kümmern muss.

Von Fabian Lamster

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