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Brandenburg Sicherheitsfirmen und Polizei rücken zusammen
Brandenburg Sicherheitsfirmen und Polizei rücken zusammen
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20:51 12.11.2018
Die Polizei Brandenburg erhält Unterstützung von privaten Sicherheitsfirmen. So werden sie von einigen Aufgaben entlastet, die auch Sicherheitsmitarbeiter übernehmen können.
Die Polizei Brandenburg erhält Unterstützung von privaten Sicherheitsfirmen. So werden sie von einigen Aufgaben entlastet, die auch Sicherheitsmitarbeiter übernehmen können. Quelle: Ralf Hirschberger
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Potsdam

Private Sicherheitsunternehmen und Polizei arbeiten in Brandenburg künftig enger zusammen. Das haben die Polizei Brandenburg und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) am Montag in Potsdam beschlossen. Sie unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung in Anwesenheit von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

„Private Sicherheitsunternehmen spielen eine wichtige Rolle und leisten einen nicht unerheblichen Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Schröter und begrüßte die Kooperation, die Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke und Matthias Schulze, Vorsitzender des Verbandes der Sicherheitswirtschaft Brandenburg, unterzeichneten.

Hans-Jürgen Mörke (li., Präsident der Polizei Brandenburg und Matthias Schulze (re.), Vorsitzender der BDSW-Landesgruppe Brandenburg unterzeichneten am 12. November 2018 die Kooperationsvereinbarung zwischen Polizei und Sicherheitswirtschaft in Potsdam Quelle: Fabian Lamster

Mörke sieht die Vereinbarung als wichtigen Schritt, um „den wachsenden Herausforderungen in Brandenburg Rechnung zu tragen“. Durch die engere Zusammenarbeit sei es möglich, Sicherheitsunternehmen in die Polizeiarbeit besser einzubeziehen, die dadurch „maßgeblichen Einfluss auf die erfolgreiche Bewältigung von Einsätzen haben“, sagte der Polizeipräsident.

Bestimmte Vereinbarungen zwischen Polizei und Sicherheitsfirmen

Für die Zusammenarbeit wird nun eine zentrale Informations- und Ansprechstelle eingerichtet, die den Austausch zwischen privaten Sicherheitsfirmen und Polizei koordiniert und rund um die Uhr erreichbar ist. An diese wenden sich Mitarbeiter der Sicherheitsfirmen, wenn sie bei Einsätzen zum Beispiel Straftaten beobachten.

Es sei auch möglich, Sicherheitsmitarbeiter in Sach- und Personenfahndungen einzubeziehen. „Wir sind keine Polizei, aber wir helfen bei der Prävention“, sagte Harald Olschok, Geschäftsführer der BDSW.

Diese Voraussetzungen müssen private Sicherheitsfirmen erfüllen

Dabei ist die Kooperation mit der Polizei an gewisse Voraussetzungen geknüpft. So müssen sich alle Sicherheitsunternehmen einer Qualitätsprüfung unterziehen. „Es bekommen nur die Firmen ein Gütesiegel, die zuverlässig und fachlich gut qualifiziert sind sowie seriös arbeiten“, sagte Innenminister Schröter. Nach erfolgreicher Prüfung sind diese Firmen durch Kooperationsembleme an Einsatzfahrzeugen erkennbar.

Bisher haben zehn von 39 Sicherheitsfirmen der BDSW-Landesgruppe Brandenburg diese Prüfung bestanden. Dadurch erhalten die Polizisten im Land künftig Unterstützung von rund 4.000 Sicherheitsmitarbeitern. „Es ist gut, dass sie uns unterstützen und entlasten. So können wir unsere Kräfte an anderen Stellen einsetzen“, sagte Polizeipräsident Mörke. Für Brandenburger bleibe bei akuten Notfällen aber weiterhin die Polizei erster Ansprechpartner. Es gehe nicht darum, Polizeiaufgaben auszulagern, sondern sich für die Sicherheit breiter aufzustellen.

Kooperation existiert bereits in zehn Bundesländern

Eine ähnliche Kooperation zwischen Polizei und privaten Sicherheitsfirmen besteht bereits in zehn weiteren Bundesländern. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Synergien der Arbeit auf beiden Seiten zu nutzen, um die Sicherheit im Land zu erhöhen. Dadurch entstehen für beide Seiten keine zusätzlichen Kosten. Die Teilnahme ist für Sicherheitsunternehmen freiwillig.

Erste Gespräche einer Zusammenarbeit zwischen Polizei und privaten Sicherheitsfirmen hatte es bereits 2009 gegeben. Infolge der damals eingeleiteten Polizeireform, die einen Stellenabbau seitens der Polizei vorsah, hatten sich Gespräche über eine engere Zusammenarbeit verlaufen. Diese wurden 2016 wieder aufgenommen, 2017 in einem konkreten Vertrag festgehalten und nun final unterzeichnet.

Von Fabian Lamster