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Brandenburg Ermittlungen gegen Ex-IHK-Präsident
Brandenburg Ermittlungen gegen Ex-IHK-Präsident
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14:34 23.12.2013
Victor Stimming Quelle: Michael Hübner
Potsdam

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue gegen den früheren Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Victor Stimming. Eine Behördensprecherin bestätigte am Montag einen Bericht des RBB-Magazin «Klartext». Demnach haben die Ermittler ein förmliches Verfahren eingeleitet. Das Politikmagazin hatte Ende Oktober berichtet, dass sich Stimming - obwohl ehrenamtlich tätig - unter anderem einen Dienstwagen von der IHK finanzieren ließ.

Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Verschwendung war der 62-Jährige im November zurückgetreten. Im Dezember musste auch Hauptgeschäftsführer René Kohl gehen.

Die IHK wirft Kohl schwerwiegende Verfehlungen vor, die im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den Ex-Präsidenten stehen sollen. Auch Kohl beschäftigt die Justiz, ein Verfahren gibt es aber noch nicht, hieß es. Stimming soll unrechtmäßig Beraterhonorare kassiert und auf Kosten der IHK eine Sekretärin in seiner eigenen Firma beschäftigt haben. Zudem soll die IHK für eine Altersversorgung Stimmings mehrere hunderttausend Euro angelegt haben. Zur Aufklärung der Vorwürfe sollen externe Wirtschaftsprüfer eingeschaltet werden.

DIENSTWAGEN, AUSLANDSREISEN, ÜPPIGE PENSION: DIE IHK-AFFÄRE

  • Der langjährige Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Victor Stimming, legte Mitte November nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Selbstherrlichkeit sein Amt nieder.
  • Als ehrenamtlicher Präsident gönnte sich Stimming aus IHK-Mitteln viele Privilegien: Dienstwagen, eine Sekretärin in seinem Privatunternehmen, eine „Aufwandsentschädigung“. Das Präsidium tagte unter seiner Ägide auf Malta. Zuletzt plante er eine Altersversorgung für sich. Dafür bildete die IHK Rückstellungen in Höhe von 500.000 Euro. Die Firma von Stimmings Sohn Kai profitierte von IHK-Aufträgen. Auch der Ausbau der Potsdamer Villa Carlshafen für eine IHK-Stiftung wird von einer Stimming-Firma begleitet.

dpa

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