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Brandenburg Studie: Ohne CO2-Preis bleibt der Kohle-Ausstieg wirkungslos
Brandenburg Studie: Ohne CO2-Preis bleibt der Kohle-Ausstieg wirkungslos
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17:40 04.06.2019
Bis 2038 soll mit der Kohleverstromung in Deutschland Schluss sein. Quelle: Oliver Berg/dpa
Potsdam

Klimaforscher haben den Ausstiegsplan der deutschen Kohlekommission aus dem Braunkohleabbau als unzureichend kritisiert. Nur mit einem Mindestpreis für Kohlendioxid-Emissionen könne dem Klima wirklich geholfen werden, erklärte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung am Dienstag unter Berufung auf eine neue Studie. Der Ausstiegsplan der Kohlekommission biete keine Sicherheit, dass die CO2-Emissionen wirklich sinken, der Ausstoß von Treibhausgasen könnte dadurch sogar noch steigen. Hintergrund seien die komplizierten Mechanismen im europäischen Emissionshandel.

Damit der Kohleausstieg wirklich etwas für die Stabilisierung des Klimas bringe, müsse er mit einem Mindestpreis auf CO2 oder der Löschung von Emissionszertifikaten kombiniert werden, betonten die Klimaexperten. Dass ein Industrieland mit hohem Kohleverbrauch wie Deutschland den Ausstieg aus der Kohle beschließt, sei zwar ein starkes Signal. Nun müssten jedoch wirksame politische Werkzeuge eingesetzt werden, damit die anstehende Umsetzung des Beschlusses der Kohlekommission auch tatsächlich die klimaschädlichen CO2-Emissionen senkt.

Es bestehe sonst „ernsthaft das Risiko, dass ein Kohleausstieg allein durch Abschaltungen von Kraftwerken das Gegenteil von dem bewirkt, was er bewirken soll“, hieß es. Denn wenn Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, sinke das Angebot von Strom im Markt, und der Strompreis werde entsprechend steigen. Dadurch könnten jedoch die immer noch im Markt verbleibenden Kohlekraftwerke häufiger kostendeckend produzieren. Das könne zu einer Steigerung der Produktion und damit des CO2-Ausstoßes führen.

Durch den deutschen Kohleausstieg sinke zudem die Nachfrage nach sogenannten Emissions-Berechtigungs-Zertifikaten im europäischen Emissionshandel, hieß es weiter. Nach den Marktgesetzen sinke damit auch deren Preis. Stromproduzenten im Ausland könnten dann mehr der dann billigeren Emissions-Berechtigungen kaufen und ihren CO2-Ausstoß steigern. Diese Risiken seien bislang unterschätzt worden.

Von MAZOnline

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