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Brandenburg Zukunftstag: Potsdamer Schüler diskutieren mit Pik-Forscher zum Klimaschutz
Brandenburg Zukunftstag: Potsdamer Schüler diskutieren mit Pik-Forscher zum Klimaschutz
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00:23 31.03.2019
Am 15.03.2019 versammelten sich- Schüler*innen und Studierende - vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam, um für besseren Klimaschutz zu demonstrieren (Symbolbild). Quelle: Berbnd Gartenschläger
Potsdam

Auf dem Campus der Fachhochschule Potsdam (FHP) bekommt der „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ an diesem Donnerstag eine ganz neue Bedeutung. Eigentlich geht es bei der alljährlichen Veranstaltung um die berufliche Zukunft.

Die steht auch im Hörsaal der Designer nicht ganz außen vor. Doch im Grunde haben die 97 Schüler von verschiedenen Schulen Potsdams bei der vom FH-Kulturwissenschaftler Hermann Voesgen organisierten Veranstaltung eine Zukunft im Blick, um die es auch bei den Schülerdemos „Fridays for Future“ geht.

Unter dem Motto „Think Global, Act Local“ überlegen sie zusammen mit dem Soziologen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik), Fritz A. Reusswig, und der früheren Lehrerin und Schulleiterin Eva Wieczorek, was sie in Zeiten der Klimakrise tun können, um überhaupt noch Zukunft zu haben.

Nachdenkliche Schüler

Die zwölfjährige Elisa Wilek von der Otto-Nagel-Grundschule tat schon vor dieser Veranstaltung einiges. „Wir fahren alle mit dem Fahrrad zur Schule. Und wenn es doch einmal das Auto sein muss, bilden wir Fahrgemeinschaften.“ Außerdem versuche sie Plastikflaschen zu vermeiden. Von dem Soziologen Reusswig erfährt sie in einem 20-minütigen Vortrag etwas vom CO2-Fußabdruck eines durchschnittlichen Deutschen.

11,1 Tonnen CO2 pro Person hat unsere Lebensweise im Jahr zur Folge. Das wolle sie auch einmal mit ihren Eltern besprechen. Zuvor aber fragt sie Reusswig in der Diskussion, warum immer noch so viele Menschen nicht an den Klimawandel glauben.

„Vertrauen in die Wissenschaft“

Reusswig meint, die Klimaskeptiker leugneten kaum, dass es wärmer würde, sondern nur dass der Mensch daran schuld sei. Das zu beweisen, sei tatsächlich schwierig. Dazu brauche es auch Vertrauen in die Wissenschaft. „Dieses Vertrauen ist untergraben.“ Und außerdem würde der menschgemachte Klimawandel ja auch bedeuten, dass man sein Verhalten ändern müsse. Das wollten viele nicht.

Der Zwölftklässler Simon Jüngling vom Helmholtz-Gymnasium würde ja auch wieder nach Südafrika fliegen, tut es aber nicht – wegen des Klimawandels. Stattdessen organisiert er mit Freunden seit Dezember die „Fridays for Future“-Demos. Auch an der nächsten Potsdamer Demo, die aber diesen Sonntag stattfindet, will er teilnehmen.

Lange schon befasse er sich mit dem Klimawandel, aber richtig in Schwung brachte ihn Greta Thunberg. Die wird diesen Freitag zu einem Treffen mit Forschern am Pik erwartet. „Was sie so stark macht, ist, dass sie wissenschaftliche Fakten kommunizierbar macht“, sagt Jüngling. Mit der von ihr initiierten Jugendbewegung gebe es endlich die Möglichkeit, etwas zu ändern.

Lob für Engagement der Schüler

Dieses Engagement lobt auch die frühere Schulvisitatorin Eva Wieczorek. „Ist doch toll“, sagt sie zu den Freitagsdemos. Noch vor kurzem habe die Jugend nur chillen wollen, jetzt sei sie wieder politisch aktiv. „Sie übernehmen Verantwortung.“ Fänden die Demos nicht während des Unterrichts statt, würden sie kaum solche Beachtung finden. Und immerhin gingen die Potsdamer Schüler den Kompromiss ein, erst nach 12 Uhr zu demonstrieren.

Auch Pik-Forscher Reusswig sieht in dieser Jugend die eigentliche Zukunft. Er hofft dass sie das Wissen, das sie aus diesem Klimatag und aus ihrem sonstigen Engagement ziehen, dann auch tatsächlich einmal in ihr Berufsleben einbringen und dort das Klima ändern –in jedem Sinne.

Von Rüdiger Braun

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