Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Vater startet Petition zur Neubewertung des Mathe-Abis
Brandenburg Vater startet Petition zur Neubewertung des Mathe-Abis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 11.05.2019
In ganz Deutschland stöhnten die Schüler am Freitag über die Mathematik-Aufgaben. Quelle: dpa
Potsdam

Jan Trenn fand am vergangenen Freitag seine Tochter reichlich frustriert und deprimiert vor. Schnell erfuhr der in Potsdam lebende Journalist und leitende RTL-Mitarbeiter, dass die Abiturprüfung für die Schülerin ein Schock gewesen sei. Die Aufgaben seien zeitlich überhaupt nicht zu schaffen gewesen, erzählte sie ihm. Besonders bei Analysis seien Fähigkeiten verlangt worden, die im Unterricht allenfalls am Rande gelehrt wurden. Trenns Tochter geht auf ein renommiertes Potsdamer Gymnasium, das auch einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt hat.

Der Journalist Jan Trenn hat am Montag eine Petition zur Neubewertung des Matheabiturs 2019 in Brandenburg online gestellt. Quelle: BENNO KRAEHAHN

Jan Trenn wollte die Sache zunächst auf sich beruhen lassen. Pech in einem Fach kann eine Schülerin oder Schüler ja immer haben. Doch bald änderte er seine Meinung. „Über’s Wochenende gingen bei mir immer mehr Infos ein, dass die Abiprüfung viel zu schwer gewesen war“, sagt Trenn. Bekannte teilten ihm mit, dass selbst brandenburgische Lehrer dieser Ansicht gewesen seien. Außerdem erfuhr Trenn von den Online-Petitionen zur Neubewertung des Mathematik-Abiturs in Niedersachsen und Bayern. Am Montagmorgen entschloss er sich zu einem Schritt. Sogar zunächst gegen den Wunsch seiner Tochter eröffnete er die erste brandenburgische Petition für eine Neubewertung des Mathe-Abiturs 2019.

„Ich möchte, dass das brandenburgische Bildungsministerium zusammen mit Lehrern noch einmal sorgfältig prüft, ob es bei der Prüfung mit rechten Dingen zugegangen ist“, sagt Trenn. Dass bislang aber nur gut 520 Interessenten unterschrieben haben, bereitet ihm Sorgen und verwundert ihn zugleich. Dass nur seine Tochter die Prüfung als nicht zu bewältigen erlebte, könne kaum der Fall sein. Ihr Freund zum Beispiel machte zusammen mit ihr Abitur und konnte die Aufgaben nur mit Mühe und auf den letzten Drücker bewältigen – er hat aber schon Mathematikolympiaden gewonnen.

Selbst Mathematiker finden es schwer

Die Schilderungen dieser Schüler stimmen mit den Aussagen des Präsidenten des brandenburgischen Lehrerverbands, Hartmut Stäker, überein. Der Mathematiklehrer ist Zweitkorrektor für die diesjährige Abiprüfung. Als solcher hatte er alle gestellten Aufgaben selbst einmal durchgerechnet, also das doppelte Pensum der Abiturienten bearbeitet. Die durften am Freitag pro Block eine von zwei Aufgaben auswählen. Damit fertig werden hätte er gemäß den Abiturregeln in zehn Stunden, gebraucht hat er nach eigenen Angaben aber 15.

Auch Trenns Tochter ist keine schlechte Matheschülerin. Im vergangenen Schulhalbjahr stand sie zwischen einer Eins und einer Zwei. Im privaten Vorbereitungskurs auf das Abi, in dem sich auch Schüler von anderen Gymnasien einfanden, fielen ihr und ihren Mitschülern die meisten Aufgaben nicht schwer, während Schüler anderer brandenburgischen Gymnasien schon schluckten.

Bildungsministerium will Aufgaben prüfen

„Es kann einfach nicht sein, dass Schülern die Zukunft verbaut wird, wenn sie ein Drittel der Aufgaben des Matheabiturs nicht schaffen können“, sagt Trenn. Seine Tochter habe bisher das Fach Zahnmedizin als Studium ihrer Wahl angestrebt. Das Fach ist bundesweit zulassungsbeschränkt. Die Hürden, zu denen auch der Abidurchschnitt gehört, sind hoch. Wenn sie jetzt wegen des Matheabiturs eben einen schlechteren Durchschnitt habe, werde sie eben Jura studieren, habe sie gesagt.

Ob das Mathematik-Abitur in Brandenburg tatsächlich besonders schlecht ausgefallen ist, wird man erst Ende Mai mit Offenlegung der Noten wissen. Bislang haben die zwei brandenburgischen Petitionen insgesamt gut 1200 Interessenten unterschrieben und eine Neubewertung des Matheabiturs gefordert. In Bayern und Niedersachsen haben insgesamt fast 80.000 Menschen schon Petitionen gegen das Mathe-Abitur unterschrieben. Das brandenburgische Bildungsministerium hat bereits zugesichert, die Abituraufgaben noch einmal sorgfältig zu prüfen.

Von Rüdiger Braun

Seit der Weigerung des Berliner Nobel-Italieners, die AfD-Granden Gauland, Meuthen und Weidel zu bewirten, häufen sich die negativen Online-Bewertungen über das „Bocca di Bacco“. Tripadvisor hat daraus die Konsequenzen gezogen.

11.05.2019

Zehntausend Euro und mehr sollen Betreiber von neuen Windrädern an Gemeinden zahlen. Das soll die Akzeptanz fördern. Doch das Gesetz verzögert sich. Bürgerinitiativen lehnen die Abgabe ab, die Grünen haben rechtliche Bedenken.

11.05.2019

Die Zukunft der Bäckereikette „Lila Bäcker“ bleibt ungewiss. In der kommenden Woche soll im Amtsgericht Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) die Gläubigerversammlung stattfinden. Derweil werden bereits Filialen geschlossen – auch in Brandenburg.

08.05.2019