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Brandenburg Familie freut sich auf Plug-In-Hybrid
Brandenburg Familie freut sich auf Plug-In-Hybrid
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13:08 26.11.2018
MAZ-Autotester Nancy Eggebrecht (28), Mina (2), Max (8) und Lars Rosin (31), Potsdam, 9. November 2018. Quelle: Martin Müller
Fahrland

Eigentlich ist der Heiligabend der Tag der großen und kleinen Geschenke. Bei der Familie Eggebrecht aus dem Potsdamer Ortsteil Fahrland findet allerdings in diesem Jahr eine Bescherung schon vier Wochen eher statt.

Vom 24. November an dürfen sie ein Plug-In-Hybrid-Auto für eine Woche testen und sich mit der modernen Autotechnik vertraut machen. Für die vierköpfige Familie kommt der Autotest genau richtig, da Mutter Nancy und ihr Lebensgefährte Lars seit Monaten diskutieren, was sie sich für ein neues Auto holen – und dabei auch Hybridautos ein Thema sind.

Rückblick: Als Nancy Eggebrechts Partner Lars Mitte Oktober in der Märkischen Allgemeinen die Ausschreibung für eine Testwoche eines Plug-In-Hybrid-Autos liest, spricht er mit ihr darüber. Als Autofan und Hobbytüftler ist er auf Anhieb interessiert. Also bittet er die 28-Jährige, in Worte zu fassen, warum sie die ideale Testerin ist und die Bewerbung abzuschicken.

Fahrverbote machen Sorgen

Ähnlich wie ihr Ehemann ist auch Nancy Eggebrecht vernarrt in Autos und hat „mehr Autos als Männer“ in ihrem Leben gehabt. Am 5. November ist es dann soweit: Die Potsdamerin ist gerade auf der Arbeit, als sie auf dem Smartphone eine Mail erhält – sie hat gewonnen.

Ihre erste „Autobeziehung“ hat Nancy Eggebrecht mit 17 Jahren, als sie ihren Führerschein macht und sich einen gebrauchten Kia Sephia holt, der nur ein Jahr hält, bis die Reparaturkosten den Wert des Autos übersteigen.

Eine Situation, in der sich die 28-Jährige auch danach immer wieder befindet und sich zur unfreiwilligen Autotesterin entwickelt. Toyota, Honda, Opel, VW: Nancy Eggebrecht hat schon viele Autos gefahren und verschiedenste Marken probiert. Seit einigen Jahren vertraut die Familie Eggebrecht Volkswagen. Ein Polo und ein Passat mit Dieselmotor unterstützen die Familie in ihrem Alltag.

Pro Tag legt Nancy Eggebrecht mindestens 70 Kilometer mit dem Auto zurück. Als Zollmitarbeiterin arbeitet sie in Berlin-Tempelhof und ist nahezu täglich auf dem Berliner Stadtring unterwegs. Auch ihre Kinder holt sie aus der Kita und von Freunden ab.

Sie fährt mit dem Auto sowohl in der Stadt als auch auf Autobahnen und auf Brandenburgs Straßen. Durch den Abgasskandal bei Volkswagen und die für Berlin angekündigten Dieselfahrverbote hat jedoch in den vergangenen Monaten ein Umdenken bei den Eggebrechts eingesetzt.

Nancy hat viele Fragen

Die Familie plant, ihren Passat abzugeben und sich ein neues Auto zuzulegen, das auf den Dieselmotor verzichtet, aber ihnen eine ähnliche Zuverlässigkeit garantiert. Darum kommt ihr die Testwoche mit dem Passat GTE Variant genau richtig.

Statt eines Dieselmotors setzt das Modell als Plug-In-Hybrid-Fahrzeug sowohl auf einen Verbrennungsmotor als auch auf einen Elektroantrieb. Beide Antriebe sollen ein umweltschonendes Fahren in der Innenstadt als auch ein zügiges Vorankommen bei längeren Touren ermöglichen.

Nancy Eggebrecht brennen gleich eine Liste von Fragen unter den Nägeln, wenn es um das Testauto geht: Wie lange hält der Elektroantrieb? Hat die Familie so viel Platz wie in ihrem jetzigen Passat? Wie einfach oder schwer wird es, das Auto aufzuladen, also sowohl in ihrem Zuhause in Fahrland als auch im Umkreis ihrer Arbeit in Berlin-Tempelhof? Kommen wir mit der neuen Technik zurecht?

Auch wenn sie noch nie mit einem Plug-In-Hybrid-Fahrzeug gefahren ist, hat die 28-Jährige schon auf der Arbeit Erfahrungen mit Elektroautos gesammelt. „Es fühlt sich irgendwie befremdlich an, ein Auto überhaupt nicht zu hören. Ich kann mir vorstellen, dass das im Straßenverkehr in der Stadt für Fußgänger und Radfahrer eine neue Gefahr ist“, sagt die Potsdamerin.

Hält der Akku?

Dabei fehlt ihr bisher auch das Vertrauen in die Strecken, die E- und Hybridautos tatsächlich zurücklegen können. Vor allem eine Fahrt mit einem elektrisch betriebenen Renault auf der Arbeit ist ihr dabei negativ in Erinnerung geblieben. „Bei einer Dienstfahrt ins Berliner Umland bin ich mit dem Elektroauto liegen geblieben.

Eigentlich war der Akku für die Fahrt mehr als genug aufgeladen. Doch auf einmal ging die Akkuleistung so sehr nach unten, bis ich stehen blieb und mich ein Kollege abholen musste“, sagt die Zollmitarbeiterin.

Den Familienalltag komplett ohne Autos zu bewältigen, kommt für Nancy Eggebrecht nicht in Frage. Viel zu wichtig sind ihr die Freiheit und die Spontaneität, die das Autofahren mit sich bringt – und die ihr Beruf voraussetzt. Oft enden ihre Arbeitstage, wenn der letzte Bus nach Fahrland schon seit Stunden abgefahren ist.

ÖPNV keine Alternative

Erst im August hat sie versucht, für drei Wochen die öffentlichen Verkehrsmittel ihren Arbeitsweg einzubinden. Also fuhr sie stets von Fahrland bis zur Berliner Stadtgrenze, um dann mit Bussen und U-Bahnen voranzukommen. Eine Zeit, die sie als „Katastrophe“ bezeichnet: „Es fing schon damit an, dass ich in Berlin nirgends parken konnte. Das endete dann in drei Strafzetteln“, sagt die 28-Jährige.

Überraschende Zugausfälle und ein unkoordinierter Schienenersatzverkehr sorgten dafür, dass sie den Selbstversuch nach drei Wochen beendete. „Eigentlich wollte ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Zeit und mir den Parkstress sparen, was beides nicht geklappt hat“, erzählt die Potsdamerin.

Nicht nur Mutter Nancy, sondern die gesamte Familie Eggebrecht freut sich schon auf den 24. November, wenn der neue Passat anrollt und die Testwoche startet. „Mein Freund Lars kann den neuen Passat als Autofan kaum erwarten“, sagt Nancy Eggebrecht. „Er gab die Initialzündung zum Mitmachen und war nur zu faul, die Bewerbung zu schreiben.“ Nun, wo sie die Gewinnerin ist, möchte sie vor allen Dingen selbst den GTE Variant in ihrem Alltag testen, aber auch mal ihren Ehemann ans Steuer lassen.

Die Pläne mit dem Auto

Wenn sie zusammen Freunde besuchen oder ihren acht Jahre alten Sohn Max zu einem Kindergeburtstag ins Potsdamer Mitmachmuseum Extavium fahren. Auch eine Tour ins Kirchsteigfeld ist geplant, wo Freunde der zweijährigen Tochter Nina wohnen.

So richtig kann Nancy Eggebrecht es immer noch nicht glauben, dass sie tatsächlich den Autotest gewonnen hat. Normalerweise sei sie eine Expertin für Nieten bei jeder Form von Gewinnspielen. „Dass ich dann als Frau bei einem Autotest gewonnen habe, bei dem sich vermutlich viel mehr Männer beworben haben, hat mich umso mehr gefreut.“

Von Fabian Lamster

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