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Brandenburg Potsdamerin klagt wegen zu schwerer Abi-Prüfung
Brandenburg Potsdamerin klagt wegen zu schwerer Abi-Prüfung
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06:25 02.08.2017
Beim Abitur kam es 2012 in Potsdam zu Problemen. Quelle: dpa
Potsdam

Fünf Jahre nach einer Abitur-Panne am Potsdamer Einstein-Gymnasium ist der Fall nun vor Gericht abgeschlossen worden. Das Verwaltungsgericht Potsdam rügte die damalige Aufgabenstellung zwar als zu schwierig und zweifelhaft, stellte das Verfahren jedoch ohne Urteil ein. Denn die Klägerin verzichtete darauf, die mündliche Prüfung in Geschichte nach fünf Jahren wiederholen zu dürfen.

Im Sommer 2012 machte die Schülerin Abitur. Ihr Geschichtsthema lautete: „Politik der Reichswehrführung im Jahr 1923“. Für dieses komplexe Kapitel hatte die Schülerin nur zehn Minuten Zeit. Sie haderte wie andere Schüler auch mit der Aufgabe und legte später beim Schulamt Widerspruch ein. Das Amt lehnet den Einspruch jedoch als unbegründet ab, die junge Frau zog vor Gericht und forderte eine Neubenotung.

Fall lag dreieinhalb Jahre bei Gericht

Allerdings ging die Klage erst im Dezember 2013 beim Verwaltungsgericht ein – anderthalb Jahre nach der Prüfung. Dann lag der Fall noch dreieinhalb Jahre, bis er schließlich am 21. Juli dieses Jahres verhandelt wurde. Warum dies so lange gedauert hatte, konnte ein Gerichtssprecher am Dienstag nicht erklären.

Laut Verhandlungsprotokoll, das der MAZ vorliegt, hätte die Klägerin gute Chancen gehabt, den Fall zu gewinnen. Demnach rügte die Kammer die Erwartungen an die Prüflinge von damals als „inhaltlich zu umfangreich“, um „in der vorgesehenen Prüfungszeit von zehn Minuten eine mit 15 Punkten zu bewertende Leistung erbringen zu können“. Außerdem hätten bei der Aufgabe die Kriterien gefehlt, wann ein „Gut“ und wann ein „Ausreichend“ erreicht worden wäre.

„Beachtlicher Bewertungsmangel“

„Es bestehen daher erhebliche Zweifel, ob der angelegte Bewertungsmaßstab einer rechtlichen Überprüfung standhält“, heißt es weiter. „Vor diesem Hintergrund dürfte die Bewertung der angefochtenen Prüfung unter einem beachtlichen Bewertungsmangel leiden.“ Die Klägerin muss sich nun mit dem Schulamt Brandenburg/Havel die Gerichtskosten in Höhe von 5000 Euro teilen.

Klagen gegen Abiturprüfungen sind laut Bildungsministerium selten. Beim fraglichen Schulamt seien seit 2012 sechs Klagen eingegangen. Laut Verwaltungsgericht Potsdam ist dort derzeit nur eine weitere Abi-Klage anhängig. Mit den Querelen um das diesjährige Mathe-Abitur habe diese aber nichts zu tun.

Von Torsten Gellner

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