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Brandenburg Präsident der IHK Potsdam tritt zurück
Brandenburg Präsident der IHK Potsdam tritt zurück
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23:58 19.11.2013
Victor Stimming. Quelle: Michael Hübner
Potsdam

Er wolle am Mittwoch die Vollversammlung der IHK, die am Nachmittag tagt, über seinen Schritt informieren. Das Mitgliedergremium hatte Stimming noch vor einem Jahr für weitere fünf Jahre gewählt.

Stimming machte persönliche Gründe für seine Entscheidung verantwortlich, wie er im MAZ-Gespräch erläutert, in dem er auch zu den Vorwürfen gegen seine Person Stellung nimmt. „Ich bin gesundheitlich angeschlagen“, sagte er. „Wenn Sie über 20 Jahre 70 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, macht sich das irgendwann bemerkbar.“ Stimming räumte nur indirekt ein, dass ein Rückzug auch mit der teils heftigen Kritik an seiner Person und der zunehmenden Unruhe innerhalb der IHK zu tun hat.

Der Bauunternehmer war unter anderem wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft unter Druck geraten. So hatte Stimmings Sohn vor rund neun Jahren den Zuschlag für den Bau eines Nebengebäudes der Potsdamer IHK-Repräsentanz erhalten. Stimming wies den Vorwurf der Einflussnahme zurück. „Ich habe mich damals völlig rausgehalten“, sagte er. „Ich war in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden.“ Der Auftrag sei seinerzeit ausgeschrieben worden. Sein Sohn habe für das günstigste Angebot den Zuschlag erhalten. „Das Verfahren war damals völlig korrekt“, so Stimming.

Der geplante Umbau der geschichtsträchtigen Villa Carlshagen in bester Potsdamer Seelage zu einem Schulungszentrum hatte Stimming den Vorwurf der Verschwendung eingebracht. Die Immobilie sei in Zeiten niedriger Zinsen und ungewisser Finanzmärkte eine sichere Wertanlage, betonte Stimming. In der Villa soll eine Stiftung der IHK Weiterbildungen vor allem für Führungskräfte anbieten.

Zuletzt hatte sich Stimmings Amtsvorgänger, Hans-Joachim Leue, distanziert. Leue warf ihm eine „sehr autoritäre Führung“ und eine zu harte „Regie“ vor. Mit dieser Haltung sei er nicht mehr einverstanden gewesen, weswegen er vor einem Jahr die eigentlich lebenslange IHK-Ehrenpräsidentschaft niedergelegt habe.

Der scheidende IHK-Präsident wies den Vorwurf der Selbstherrlichkeit zurück. „Ein Präsident hat laut unserer Satzung auch gar nicht so viel Kompetenz, um sich selbstherrlich aufzuführen“, sagte er. Kein Mitarbeiter habe sich ihm gegenüber in dieser Hinsicht kritisch geäußert.

Der promovierte Bauunternehmer Stimming wurde 1995 in wirtschaftlich schweren Zeiten Präsident der IHK Potsdam, deren Gebiet ganz Westbrandenburg abdeckt. Es ist der flächenmäßig größte und mitgliederstärkste der drei Kammerbezirke Brandenburgs. In Stimmings Amtszeit hat sich die Zahl der Mitgliedsbetriebe von 40.000 auf 78.000 fast verdoppelt. Wirtschaftlich steht die Kammer gut da. Die Betriebe sind für 61 Prozent des Brandenburger Exports und ein Außenhandelsvolumen von neun Milliarden Euro verantwortlich.

Von Torsten Gellner

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