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Brandenburg Wohnen am BER wird teurer und teurer
Brandenburg Wohnen am BER wird teurer und teurer
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10:17 04.03.2014
Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) ist schon heute durch den alten Flughafen Schönefeld erheblich vom Fluglärm betroffen. Quelle: dpa
Blankenfelde-Mahlow

Die Preise für Wohnimmobilien am künftigen Hauptstadtflughafen sind zuletzt weiter gestiegen. Ob für Bauland oder Eigentumswohnungen: Im Süden Berlins und in den angrenzenden Landkreisen in Brandenburg registrierten die amtlichen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte für das vergangene Jahr einen erneuten Anstieg.

Im Landkreis Teltow-Fläming schauen die Experten seit 2006 auf die Entwicklung in den vier flughafennahen Orten Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren, Ludwigsfelde und Rangsdorf. Während die Immobilienpreise dort zunächst nach unten gingen, ziehen sie seit 2011 wieder deutlich an. Ein Quadratmeter Bauland kostete in Blankenfelde-Mahlow Ende des vergangenen Jahres 67 Euro, nach 60 im Vorjahr. In Ludwigsfelde stieg der Preis von 74 auf 86 Euro. „Makler berichten, sie könnten mehr Grundstücke vermitteln, wenn es denn welche gäbe„, erzählt die Ausschuss-Vorsitzende Anett Thätner. Eigentumswohnungen würden ebenfalls besser laufen. Zuletzt sei die Zahl der Kaufgeschäfte stark
gestiegen.

Auch im südlichen Berlin stiegen die Immobilienpreise weiter an oder blieben zumindest konstant. In Lichtenrade kostet ein Quadratmeter Baufläche für Ein- und Zweifamilienhäuser aktuell im Schnitt 210 Euro. Vor einem Jahr waren es noch 200 Euro gewesen. „Die Preisentwicklung hat sich nicht vom allgemeinen Trend in Berlin abgelöst”, sagte der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Thomas Sandner. Auch in Flugroutengebieten wie Alt-Glienicke, Bohnsdorf, Lichterfelde, Rudow oder am Wannsee würden Immobilien teurer.

Parallel dazu entwickelte sich der Markt in Dahme-Spreewald. Es gebe reichlich Käufe etwa in Eichwalde, Schulzendorf oder Miersdorf, vermeldete die Vize-Chefin des dortigen Gutachterausschusses, Judith Killiches. Makler berichteten von Anfragen von Piloten, die nah am künftigen Flughafen wohnen wollten. Eine spürbare Zurückhaltung kennzeichne dagegen den Markt für Gewerbeimmobilien.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark seien die Preise für Bauland um bis zu 20 Prozent gestiegen, sagte der Vorsitzende des dortigen Ausschusses, Wilk Mroß. So viel war es zum Beispiel in Kleinmachnow, wo eine Bürgerinitiative gegen Fluglärm kämpft. Bis zu 380 Euro wurden für einen Quadratmeter Boden fällig. Aber auch in Teltow, Schwielowsee oder Stahnsdorf gab es ein Plus von zehn Prozent. „Die Preise steigen nicht unbedingt wegen des Flughafens, sondern trotz des Flughafens.” Das Berliner Umland sei einfach eine attraktive Wohnlage.

Fluglärmgegner argumentierten in der Vergangenheit auch mit einem angeblich drohenden Wertverlust von Grund und Boden. Doch Gemeinden oder Stadtteile in den Einflugschneisen des geplanten Flughafens verzeichnen bereits seit Jahren anziehende Preise.

Im Frühjahr ermitteln die Gutachterausschüsse nach Auswertung der im Vorjahr getätigten Geschäfte die Preise für Bau- und Ackerland, die sogenannten Bodenrichtwerte. Sie gelten als Indikator für den restlichen Immobilienmarkt.

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