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Brandenburg Proschim kann hoffen
Brandenburg Proschim kann hoffen
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16:54 24.02.2019
Blick auf die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Potsdam

Wer in der Lausitz seit Jahren mit der Ungewissheit lebt, dass sein Heimatdorf womöglich bald abgebaggert wird, kann nicht zufrieden sein mit den wolkigen Formulierungen im Abschlussbericht der Kohlekommission. Nach geltendem Recht muss der Betreiber Leag erst bis 2020 entscheiden, ob er auch im Teilabschnitt II des Tagebaus Welzow Süd Braunkohle fördern und zu diesem Zweck noch einmal 800 Menschen umsiedeln wird.

Wenn man aber unterstellt, dass die Leag-Manager die Grundrechenarten beherrschen, rückt diese Ausbaustufe nach dem Ende Januar verabredeten Kohlekompromiss wohl in weite Ferne. Falls die letzten deutschen Kohlekraftwerke planmäßig zwischen 2035 und 2038 vom Netz gehen, während der bestehende Tagebau Welzow Süd I frühestens 2033 ausgekohlt ist, wäre ein Aufschluss von Welzow Süd II bar jeder wirtschaftlichen Vernunft.

Frei nach einem Song der Fantastischen Vier gilt in diesem Fall: Es könnt’ alles so einfach sein, isses aber nicht. Das Projekt Welzow Süd II ist zwar mausetot und die meisten wissen es. Aber vor der Landtagswahl will das auf Seiten der SPD keiner laut sagen. Zu groß ist die Angst, die Beschäftigten im Bergbau zu verärgern. Taktisch ist dieses Zeitspiel nachvollziehbar. Redlich gegenüber den Tagebau-Anrainern ist es nicht.

Von Thorsten Keller

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