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Brandenburg 180 Ideen: So will die S-Bahn pünktlicher werden
Brandenburg 180 Ideen: So will die S-Bahn pünktlicher werden
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12:59 18.07.2018
Der Bahn-Bevollmächtigte Alexander Kaczmarek stellte in Berlin das Qualitätsprogramm für die S-Bahn vor.
Der Bahn-Bevollmächtigte Alexander Kaczmarek stellte in Berlin das Qualitätsprogramm für die S-Bahn vor. Quelle: dpa
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Berlin

Das Leben Tausender S-Bahn-Pendler aus Brandenburg soll etwas weniger stressig werden: Die Berliner S-Bahn will die Zahl der Störungen und Verspätungen in ihrem Netz mit einem großen Programm verringern. Zudem sollen Bahnhöfe verschönert, die elektronischen Informationsanzeiger auf Bahnsteigen erneuert sowie die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert werden, wie der Berliner Bahn-Bevollmächtigter Alexander Kaczmarek am Mittwoch ankündigte.

In das Qualitätsprogramm „S-Bahn Plus“ will die Bahn bis zum Jahr 2025 rund 32 Millionen Euro investieren. Insgesamt habe sich ein Team aus 50 Bahn-Mitarbeitern 180 Einzelpunkte überlegt, mit denen der Verkehr reibungsloser und weniger störanfällig verlaufen soll. Dazu gehören der Austausch von störanfälligen Signalkabeln, der Ausbau der Stromversorgung und mehr zusätzliches Sicherheitspersonal auf einigen größeren Bahnhöfen.

„Unser Anspruch ist es, unsere täglich 1,4 Millionen Fahrgäste zuverlässig und pünktlich an ihr Ziel zu bringen. Mit unserer Leistung sind wir nicht immer zufrieden und haben daher noch einmal alles auf den Prüfstand gestellt“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner.

Ein Überblick über die verabredeten Maßnahmen

• Zusätzliche Triebfahrzeugführer: 100 Lok-Führer will das Unternehmen pro Jahr ausbilden

• 17 Bahnhöfe sollen saniert werden

• Die Anzeigetafeln und Informationssysteme sollen erneuert werden

• Die Bahn will zusätzliche Sicherheitskräfte an Bahnhöfen einsetzen. Das Pilotprojekt soll an Bahnhöfen wie Warschauer Straße und Alexanderplatz laufen; dazu soll es mobile Unterstützungseinheiten geben

• Durch Bahnsteig-Endtüren soll verhindert werden, dass Unbefugte auf die Gleise treten. Das soll zunächst am Ostbahnhof getestet werden

• Bei einem Test zwischen Ostkreuz und Hauptbahnhof soll das zentrale Öffnen der Türen in der Hauptverkehrszeit getestet werden; das soll Zeit beim Ein- und Aussteigen sparen

• Die S-Bahn will Gleise und Technik in kürzeren Abständen warten

• Die Energieversorgung soll verbessert werden durch zusätzliche Gleichstromunterwerke

• Störanfällige Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik sollen ausgetauscht werden

• Außerdem will die Bahn die Reparatur von S-Bahn-Waggons vorziehen und die störanfällige Türsteuerung austauschen

Umstrittenes Vorbeifahren an Bahnhöfen ist vom Tisch

Nach heftiger Kritik aus Berlin und Brandenburg verzichtet die S-Bahn auf einen geplanten Test, bei dem stark verspätete Züge an zwei Stationen ohne Halt vorbeifahren sollten. Das Pilotprojekt sollte dazu dienen, Verspätungen auf dem S-Bahnring aufzuholen. Zu dem Vorhaben habe es jedoch „keine uneingeschränkte Zustimmung seitens der Kunden und des Bestellers“ gegeben, hatte das Unternehmen am Dienstag mitgeteilt. Man habe die Länder Berlin und Brandenburg als Aufgabenträger des S-Bahn-Verkehrs darüber informiert, dass es das Projekt nicht weiterverfolge.

Von Torsten Gellner