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Brandenburg Grippewelle erreicht Brandenburg – so können Sie sich schützen
Brandenburg Grippewelle erreicht Brandenburg – so können Sie sich schützen
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05:08 24.01.2019
Erkältung oder Grippe? Sicher kann das nur ein Arzt sagen. Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg beginnt die Grippewelle. Derzeit haben aber noch normale Erkältungen, sogenannte grippale Infekte Hochsaison. „Wir hatten am Montag 50 Patienten in der Rettungsstelle“, sagt der Oberarzt der Infektiologie am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann, Tillmann Schumacher. Die meisten von ihnen zeigten Erkältungssymptome. Untypisch sei das nicht. „Ende Januar, Anfang Februar sind traditionell die Wochen mit den höchsten Krankenständen bei Erkältungserkrankungen. Entsprechend sei der Stand auch aktuell „sehr hoch“.

Die echte Influenza sei dabei in der Klinik zum Glück „recht wenig“ vertreten. Es handele sich zumeist um das, was landläufig als grippaler Infekt bekannt ist. Das sei nicht ungewöhnlich. Der häufige Wechsel vom Kalten in beheizte trockene Räume trockne die Schleimhäute der Atemorgane aus. Viren haben so viel leichteres Spiel sich festzusetzen und sich zu vermehren.

Anstieg bei akuten Atemwegserkrankungen

„Es ist jetzt schon die Zeit, wo die Erkältungskrankheiten wieder zunehmen“, sagt auch Susanne Glasmacher, Sprecherin des Berliner Robert-Koch-Instituts. Der wöchentliche Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Instituts verzeichnete in der zweiten Kalenderwoche tatsächlich einen leichten Anstieg der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) deutschlandweit. Bei Laborstichproben stellte sich heraus, dass es sich bei der Hälfte der Erkrankungen um Influenza-Viren handelte.

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Auch die hauseigene Stichprobe des Robert-Koch-Instituts, bei dem rund 3000 Beteiligte wöchentlich ihren Gesundheitszustand melden, zeigt einen Anstieg der Erkrankten seit dem 14. Januar. „Es ist aber im Moment nicht höher als in der Jahreszeit üblich“, so Glasmacher. Außerdem liegt der Erkältungsstand bisher noch tiefer als Mitte November vergangenen Jahres. Der eigentliche Höhepunkt der Erkältungswelle in diesem Winter dürfte auf Anfang oder Mitte Februar fallen.

Das schließe aber nicht aus, dass es schon jetzt lokale Krankheitsherde gebe, in denen sich ein bestimmtes Erkältungsgeschehen konzentriere. Das gelte besonders für Schulen und Betriebe, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammen sind. An solchen Orten werden dann viele Menschen zugleich krank, ohne dass dies Schlüsse auf eine Epidemie in einer gesamten Region zuließe.

230 Fälle in Berlin und Brandenburg

Sorgen bereitet das Robert-Koch-Institut allerdings, dass sich unter die typischen Erkältungsviren seit wenigen Wochen auch immer mehr Grippeviren mischen. „Influenzaviren hatten in der dritten und vierten Kalenderwoche einen deutlichen Zuwachs.“ Schon vergangene Woche wurden in der Region Berlin und Brandenburg 230 Fälle als sichere Influenzafälle gemeldet. Der Zuwachs sei steil. „Das ist typisch für eine beginnende Grippewelle“, so Glasmacher.

Die Gefährlichkeit der Grippe werde immer wieder unterschätzt. In der sehr heftigen Grippewelle vergangenes Jahr habe es neun Millionen Arztbesuche gegeben. Rund 20000 Tote im Winter 2017/18 gingen auf das Konto der Grippe. „Es ist eine Krankheit, die sehr viele Menschen tötet.“ Auch jetzt noch lohne sich Impfen –vorausgesetzt es ist noch Impfstoff vorrätig.

Tillmann Schumacher ist Oberarzt in der Abteilung Gastroenterologie und Infektiologie des Klinikums Ernst von Bergmann. Foto: EvB Quelle: Holger Vonderlindd

Dass Brandenburg erst am Anfang der eigentlichen Krankheitswelle steht, ist auch anhand der Krankmeldungen zu sehen. Göran Böhm, Sprecher der Stadtwerke Potsdam sagt zum Beispiel: „Bei uns gibt es noch keine Grippewelle.“ Das Unternehmen mit rund 1600 Angestellten habe zur Zeit noch keinen erhöhten Krankenstand.

Infektiologen haben einige Tipps parat, damit das auch so bleibt. Tillmann Schumacher vom Ernst-von Bergmann-Klinikum gibt zum Beispiel als oberste Regel aus: „Hände waschen!“ Der Übertragungsweg über die eigenen Hände werde völlig unterschätzt. Tatsächlich berühren wir aber immer wieder Gegenstände – wie zum Beispiel Türklinken –, an denen Keime kleben könnten. Hustende Leute dagegen seien ein viel geringeres Infektionsrisiko, sagt Schumacher. „Ungehemmt mitten ins Gesicht hustet einem selten jemand.“

Mindestens 20 Sekunden Händewaschen

Beim Händewaschen sei es aber sehr wichtig, Seife zu nehmen und mindestens 20 Sekunden lang kräftig die Hände aneinander zu reiben. Nur das kann die Keime wirklich entfernen. Die Hände kurz unter fließendes Wasser zu halten ist dagegen so gut wie wirkungslos.

„Was sehr hilft sind auch Spaziergänge an der frischen Luft“, ergänzt Schumacher. Die Lungen würden so gut belüftet, der Kreislauf komme in Schwung und das Immunsystem werde trainiert. Eher Verkaufsmasche seien dagegen all die Vitaminprodukte, die uns in Drogerien und Apotheken anlachen. „Heutzutage leiden wir kaum an Vitaminmangel“, sagt Schumacher. Überflüssig aufgenommenes Vitamin C werde einfach wieder ausgeschieden. Die Kurve kriegen vor dem Ausbruch der Erkältung könne man dagegen noch durch die rechtzeitige Einnahme von Zink.

Haben die Viren aber erst die Übermacht, gibt es keine Medizin mehr. „Der Körper muss sich selber helfen“, so Schumacher. Das bedeute nicht zwangsläufig strenge Bettruhe. „Man sollte schauen, wie man sich fühlt und sich entsprechend schonen.“ Für den Kampf mit den Eindringlingen braucht der Körper Zeit und Reserven.

Von Rüdiger Braun

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