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Brandenburg Plattner droht wegen Vermögensteuer mit Wegzug
Brandenburg Plattner droht wegen Vermögensteuer mit Wegzug
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14:23 22.12.2019
Kunstmäzen Hasso Plattner bei der Eröffnungspressekonferenz im Museum Barberini 2017. Quelle: dpa/Ralf Hirschberger
Potsdam

Potsdams spendabelster Bürger würde Deutschland verlassen, sollte die Bundesregierung eine Vermögensteuer in Höhe von zwei Prozent einführen. Das sagte SAP-Gründer Hasso Plattner der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Was er dann mit seinen SAP-Aktien mache, müsse er sich noch überlegen, so der mehrfache Milliardär. Die Überlegungen beträfen allerdings nicht Projekte wie das Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam, das er mehreren Hundert Millionen Euro gefördert hat, und das Potsdamer Kunstmuseum Barberini, weil beide Einrichtungen über seine Stiftung finanziert werden.

Wohltaten in Millionenhöhe

Plattner hat sich vielfach als Mäzen und Spender in Brandenburg betätigt. So finanzierte er etwa die Rekonstruktion der historischen Knobelsdorff-Fassade beim Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses, das den Landtag beherbergt. Als das Geld nur für ein Zinkdach, nicht aber ein Kupferdach reichte, schoss Plattner abermals einen hohen Betrag zu.

Zum Erhalt des populären Terrassen-Restaurants „Minsk“, einem Bau der DDR-Moderne, hat Plattner ebenso Geld gegeben. Die Landeshauptstadt hat ihm für seine Verdienste die Ehrenbürgerwürde verliehen. Der Unternehmer wohnt in Potsdam und ist auch in der Immobilienentwicklung tätig – etwa mit der Entwicklung des Plattner-Campus’ am Potsdamer Jungfernsee. Dort ist auch ein SAP-Innovationszentrum ansässig.

Kritik an den Sozialdemokraten

Plattner ärgert sich, wie er in der FAS sagte, über die SPD, die auf ihrem Bundesparteitag Anfang Dezember die Einführung einer Vermögensteuer beschlossen hat. „Ich habe die SPD viele Male gewählt und unterstützt, jetzt manövriert sie sich halt für mich ins Abseits“, sagte Plattner der Zeitung.

Nach Vorstellung der SPD soll Nettovermögen ab einer Höhe von zwei Millionen Euro besteuert werden – und zwar mit einem Prozent. Stufenweise soll die Vermögensteuer dann auf 1,5 bis zwei Prozent angehoben werden, hat der SPD-Parteitag beschlossen. Das beträfe dann „Superreiche“ wie Plattner. Die SPD koaliert auf Bundesebene mit der CDU/CSU, welche die Vermögensteuer klar ablehnt.

SAP-Gründer: Steuer würde Firmen vertreiben

Auch in anderen Ländern wird über Vermögensteuern diskutiert, beispielsweise in den Vereinigten Staaten. „Wenn die Sozialisten glauben, dass Unternehmer Gangster sind, die bestraft werden müssen, dann ist das eine andere Gesellschaft“, sagte Plattner in dem FAS-Interview. „Wer glaubt, dass der Staat die Firmen besitzen soll, muss sich nur die ehemalige DDR angucken.“ Eine neue Vermögenssteuer mache die Ansiedlung von Tech-Unternehmen unwahrscheinlicher. „Eine neue SAP kann ich mir unter diesen Umständen nicht vorstellen.“, warnte der SAP-Gründer. Unternehmen hätten zu Beginn oft eine Phase, in der sie wachsen und schon einen hohen Marktwert haben, in der ihre Gründer also als vermögend gelten – in denen es aber noch nicht genügend Gewinne gebe, um davon Vermögensteuer zu bezahlen.

Die Vermögenssteuer war bis Mitte der neunziger Jahre hinein erhoben worden. Dann befand das Bundesverfassungsgericht Teile davon für verfassungswidrig – insbesondere Details der Wertermittlung.

Deutsche mehrheitlich für die Steuer

Laut dem Deutschland-Trend der ARD von Mitte Dezember befürworten 72 Prozent der Deutschen eine Vermögensteuer.

Plattner betonte in dem Gespräch mit der Zeitung, er habe nichts gegen Einkommensteuer. „Wer Geld verdient, der zahlt schon Steuern, und das ist in Ordnung so“, sagte Plattner und äußerte: „Eine Substanzbesteuerung auf das Firmenvermögen? Macht das, macht das, zehn Jahre später wird man den Erfolg sehen. Dann gibt es halt keine Wachstumsunternehmen mehr.“

Von Ulrich Wangemann

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