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Brandenburg Babelsberg gegen Chemie Leipzig: Friedlicher Protest gegen Fußballverband
Brandenburg Babelsberg gegen Chemie Leipzig: Friedlicher Protest gegen Fußballverband
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22:36 02.02.2018
SV Babelsberg 03 - Energie Cottbus, 31. Spieltag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg (Brandenburg). Ein Cottbuser Fan wird von Ordner eingefangen.
SV Babelsberg 03 - Energie Cottbus, 31. Spieltag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg (Brandenburg). Ein Cottbuser Fan wird von Ordner eingefangen. Quelle: dpa
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Potsdam

Der SV Babelsberg 03 gewinnt 4:0 gegen die BSG Chemie Leipzig. Das Spiel fand im Karl-Liebknecht-Stadion unter Flutlicht statt. Nulldrei erwartete viele Zuschauer und eine „harmonische Begegnung von Gleichgesinnten“. Denn beide Fanlager protestierten gegen einen gemeinsamen Gegner: den Norddeutschen Fußballverband (NOFV). Die Wut sei „durchaus verständlich“, teilte der Verein bereits im Vorfeld der Partie mit.

Stimmung bei Fans ist aufgeheizt

Der Babelsberger Kiez-Klub muss wegen der Ausschreitungen im Spiel gegen Energie Cottbus 7.000 Euro an den Norddeutschen Fußballverband zahlen, das Urteil gegen Cottbus wurde hingegen aufgehoben. Chemie Leipzig muss ganze 10.000 Euro zahlen, da es beim Derby gegen Lok-Leipzig zu Ausschreitungen beider Fanlager kam. Allerdings wurden die teils rassitischen und homophoben Äußerungen einiger Fans von Lok-Leipzig, wie die Gesänge einiger Cottbus-Fans in Babelsberg, nicht einmal im Spielbericht erwähnt.

Der SV Babelsberg 03 wehrt sich indes gegen die Zahlung von 7.000 Euro und den damit verbundenen möglichen Regionalliga-Ausschluss. Weil die Brandenburger die in der Nacht zu Freitag endende Frist zur Zahlung von einer Strafe in Höhe von 7.000 Euro verstreichen lassen wollten, droht dem Club das Aus in der vierten Liga. Zudem soll Babelsberg wegen anderer Verfehlungen weitere 4.500 Euro zahlen, im Zuge dessen muss der Verein auch ein Spiel ohne Zuschauer befürchten.

Cottbusser Fans stürmen den Platz, Randale, Krawalle und Pyrotechnik. Quelle: Jan Kuppert

„Ein Geisterspiel ist bereits die wirtschaftliche Höchststrafe und als Kollektivstrafe per se ungerecht und daher auch vom DFB nicht mehr gewollt“, sagte Babelsbergs Vorstandschef Archibald Horlitz am Freitag.

Bewährung für Geisterspiel bis 2018

Der Landesverband will am Montag prüfen, ob die Babelsberger Zahlung von 7.000 Euro eingegangen sei, sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs auf dpa-Anfrage. Sollte dies nicht der Fall sei, werde der NOFV einen Antrag ans Verbandsgericht stellen. „Wenn die Frist verstreicht, müssen wir Konsequenzen daraus ziehen“, sagte NOFV-Präsidiumsmitglied Erwin Bugar dem MDR. „Die Frage der Glaubwürdigkeit des NOFV steht hier auf dem Spiel.“

Für Zuschauer-Ausschreitungen im August und September 2017 war Babelsberg am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt worden, die Bewährung für das Geisterspiel läuft bis Ende Juli 2018.

Von MAZonline