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Brandenburg Bello beißt 300 Mal zu
Brandenburg Bello beißt 300 Mal zu
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16:23 04.04.2018
Das verheißt nichts Gutes: Dieser Hund fletscht die Zähne. Quelle: dpa
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Potsdam

292 Menschen sind in Brandenburg im vergangenen Jahr durch Hundebisse verletzt worden. Wie aus der jüngsten Beißstatistik des Potsdamer Innenministeriums hervorgeht, schnappten Deutsche Schäferhunde am häufigsten zu. Auf ihr Konto gingen 41 Attacken. Aggressiv zeigten sich aber auch Labrador Retriever (19 Beißvorfälle) und Dackel (11). Mischlingshunde, deren Rasse nicht exakt festgestellt werden konnte, griffen insgesamt 48 mal Menschen an.
Zuletzt waren im Januar 2013 in Cottbus zwei Rottweiler erschossen worden, nachdem sie eine 75-jährige Frau, deren Hund und zwei Polizisten angefallen hatten.Auch in Senzig () gab es einen aufsehenerregenden Fall: Eine Hundeattacke sorgte im Februar in Senzig (Dahme-Spreewald) für Aufregung. Dort hat ein Rottweiler eine Frau an beiden Händern schwer verletzt und anschließend einen kleineren Hund totgebissen.

Generell haben Brandenburgs Hundebesitzer laut Innenministerium ihre Vierbeiner aber wieder besser im Griff. Das zeigt ein Blick auf die Statistik: 2012 gab es noch 323 Attacken auf Menschen, 2011 waren es 302. Oft geht es auch tragisch aus, wenn Hunde mit Artgenossen aneinander geraten. 2013 wurden in der Mark 21 Tiere von anderen Hunden totgebissen. Auch hier fiel der Deutsche Schäferhund mit neun tödlichen Attacken besonders auf.

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Polizeihauptkommissar Frank Ulbrich wundert das nicht, weil der Deutsche Schäferhund in Brandenburg enorm verbreitet ist. "Schäferhunde sind außerordentlich beliebt, auch im Polizeidienst", sagte der Leiter der Koordinierungsstelle für Diensthunde an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg am Sonntag der MAZ. Die Statistik zählt rund 23.000 dieser als besonders klug geltenden Tiere, den Labrador gibt es gut 10.000-mal.

Ulbrichs Erfahrung zeigt: Wenn Hunde aggressiv werden, haben oftmals Herrchen oder Frauchen versagt. "Ein Hund braucht klare Regeln. Er muss wissen, dass Fehlverhalten Konsequenzen hat", so der Hauptkommissar.

Aus Ulbrichs Sicht hat sich Brandenburgs Verbotsliste gefährlicher Hunde bewährt. Nach mehreren blutigen Attacken durch sogenannte Kampfhunde ist seit 2004 die Haltung von American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu untersagt. "Im Gegensatz etwa zum Schäferhund werden diese Tiere hauptsächlich wegen ihrer aggressiven Eigenschaften gezüchtet", sagte Ulbrich, der viele gefährliche Hunde selbst begutachtet hat. Bei weiteren 13 Rassen – unter anderem Dobermann und Rottweiler – müssen die Hundehalter gegenüber dem Ordnungsamt nachweisen, dass die Tiere keine gesteigerte Angriffslust besitzen.

Zuletzt hatte für Aufsehen gesorgt, dass ein zu Therapiezwecken eingesetzter Staffordshire-Bullterrier-Mix im Havelland trotz bestandenen Wesenstests nicht länger gehalten werden darf. Der Kampfhund Tascha hatte sich seit Jahren bei der Betreuung des Wachkomakindes Dylan in Schönwalde bewährt.

Von Volkmar Krause

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