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Brandenburg Schätze aus Blech
Brandenburg Schätze aus Blech
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08:00 04.02.2013
COTTBUS

Hietaniemi hat gut 20 Stunden mit dem Auto gebraucht, aber es hat sich gelohnt. Gestern früh um neun Uhr steht der Finne pünktlich und umringt von deutschen Oldtimer-Fans an seinem Stand in der Cottbuser Messehalle.

„My hobby is Oldtimer“, sagt Hietaniemi. Hier versteht ihn jeder. Preise kann Hietaniemi inzwischen schon auf Deutsch sagen. Er ist zum zweiten Mal auf dem größten überdachten Teilemarkt für Oldtimer in Brandenburg. Hietaniemi, der in Finnland vornehmlich deutsche Vor- und Nachkriegsmotorräder restauriert und verkauft, trifft in Cottbus auf ungleich mehr Gleichgesinnte als in seiner Heimat.

3000 Teile-Jäger sind gekommen. Wer hier mit Hunderten Euro an Bargeld in den Taschen um verrostete Türklinken und gesprungene Rückspiegel feilscht, ist mit der Tauschkultur der DDR-Mangelwirtschaft groß geworden, trägt inzwischen graues Haar, Zottelbart, grün-braun-graue Anoraks und überdimensionierte Rucksäcke. Was zählt, sind allein die Blech-Schätze in den Garagen. Projekte, die selten fertig und oftmals zur Lebensaufgabe werden. Mindestens 30 Jahre alt und weitgehend in originalgetreuem Zustand muss ein Fahrzeug sein, um von den Zulassungsbehörden als Oldtimer anerkannt zu werden.

„Alte Autos sind wie Drogen“, sagt der Cottbuser Thomas Henning, und macht dabei einen äußerst nüchternen Eindruck. Henning, Baujahr 1960, nennt einen gleichaltrigen Skoda Felicia sein eigen. Das zweitürige Oldie-Cabrio aus Tschechien glänzt frisch lackiert, zieht neugierige Blicke auf sich. 450 der insgesamt lediglich 15 000 produzierten Stück hatten es in die DDR geschafft. Neupreis damals: 19 800 Ostmark. Als er seinen Felicia 1978 von einem Defa-Regisseur abkaufte, sei das Auto „total Schrott“ gewesen, sagt Henning. „Vermutlich haben die damit Stunts gedreht.“

In Cottbus betreibt Henning eine freie Werkstatt für alles, „von der Motorsäge bis zum Rasentraktor“, wie er selbst sagt. Zweimal hat er seinen Felicia restauriert, zuletzt so, „dass er bis zu meinem Lebensende hält“, wie Henning sagt.

Neben ihm steht Hans-Günter Neumann, 59, aus Panketal (Barnim). Man kennt sich. Felicia-Freunde treffen sich heute europaweit. Kfz-Meister Neumann gehört seit den siebziger Jahren zum exklusiven Besitzer-Club. Damals, sagt er, musste er sich eingedenk der Kassenlage entscheiden: gegen die Hochzeitsreise mit der Frau, für den lebenslangen Bund mit dem luftigen Tschechen.

Ein paar Schritte weiter hetzt Thomas Szymkowiak von einem Händler zum nächsten. Der Teilemarkt-Organisator hat in Cottbus noch viel vor, nicht nur beruflich. Aus seiner Tasche zieht er das unscheinbare Ende eines Motorradlenkers, das er gerade erstanden hat. „Ein Vorkriegs-Gasdrehgriff für 350 Euro“, sagt Szymkowiak. Der Dresdner organisiert Dutzende Großveranstaltungen zwischen Ostsee und Erzgebirge, Teilemärkte wie in Dresden, Magdeburg und Rostock sind für ihn aber mehr als nur ein Geschäft. „Ich habe Beruf und Hobby verbunden“, sagt er. In Cottbus will er inzwischen eine schwarze Null schreiben. „Wir kämpfen weiter“, sagt Szymkowiak, und ist schon wieder verschwunden. (Von Bastian Pauly)

Das „H“ der OldtimerDurch Brandenburg rollen insgesamt 5203 Fahrzeuge mit einem „H-Kennzeichen“ – Das ist das Zeichen für einen Oldtimer. Das „H“ ersetzt nicht etwa die Buchstabenkombination im Kennzeichen. Es erscheint an der Stelle der letzten Ziffer.

Rund 0,25 Prozent aller 1,95 Millionen zugelassenen Fahrzeuge im Land sind damit Oldtimer. Oldtimer-Halter zahlen nur geringe Steuern und erhalten einen guten Preis bei der Versicherung.

Die höchste Oldtimer-Quote hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 700 Zulassungen, das ist ein Anteil von 0,42 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge. Der Landkreis Oberhavel kommt mit 571 Oldtimern auf eine Quote von 0,37 Prozent. Teltow-Fläming erreicht mit 489 zugelassenen Oldtimern ebenfalls eine Quote von 0,37 Prozent.

Die wenigsten Oldtimer gibt es in den kreisfreien Städten. In Cottbus sind es lediglich 23, das macht dann eine Quote von 0,04 Prozent. In Potsdam sind 59 Schätze aus Blech gemeldet (0,07 Prozent). bp

 

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