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Brandenburg Schlechte Zahlungsmoral bedroht Handwerker
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21:07 05.09.2013
Schlechte Zahlungsmoral bedroht Handwerker Quelle: dpa
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Viele Brandenburger Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, weil sie auf offenen Rechnungen sitzen bleiben. Manche Firmen müssen selbst Insolvenz anmelden, weil Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen, sagt Hans-Ulrich Fitz von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Berlin-Brandenburg. „Schlechte Zahlungsmoral ist ein Dauerthema“, bestätigt Ute Maciejok, Sprecherin der Handwerkskammer Potsdam.

Ein typischer Fall aus jüngerer Zeit: Ein größeres Bauunternehmen musste Insolvenz anmelden. Zu den Gläubigern gehören ein Fliesenleger und ein Fenstermonteur, die sich an die Inkassostelle der Handwerkskammer Potsdam wenden. „Aber sie werden das Geld nicht mehr wiedersehen, es ist keine Insolvenzmasse da“, sagt Maciejok. Der Fliesenleger muss 15.000 Euro in den Wind schreiben, der Fenstermonteur sogar 30.000 Euro. In der Inkassostelle der Handwerkskammer werden 267 solche Fälle mit Außenständen von insgesamt 550.000 Euro betreut.

Nach einer aktuellen Studie ist fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland im Zahlungsverzug. Im Frühjahr 2013 zahlten 18,8 Prozent der Firmen ihre Rechnungen verspätet, wie der Finanzdienstleister EOS und die Wirtschaftsauskunftei Bürgel herausfanden. Ausgewertet wurde das Zahlungsverhalten von knapp 463.000 Firmen aller Branchen. Als Grund für die schlechte Zahlungsmoral nannten die Dienstleister die lahmende Konjunktur in Deutschland.

Wie viele Unternehmen in Brandenburg verspätet ihre Rechnungen bezahlen, ist unklar. Die letzte Umfrage der Handwerkskammer Potsdam dazu war 2005 – damals gaben von rund 400 Betrieben 38 Prozent an, durch Zahlungsverzögerungen oder -ausfall schon einmal in ihrer Existenz gefährdet gewesen zu sein. Aktuellere Zahlen liegen der Kammer nicht vor.

Auch die Industrie- und Handelskammer Potsdam hat keine konkreten Zahlen. Zwar bieten die Kammern Rechtsberatungen und außergerichtliche Streitbeilegungen an. Bei Problemen mit Zahlungsausfällen würden sich die Unternehmen in der Regel aber nicht an die IHK wenden, sagte Sprecher Detlef Gottschling. „Das wird dann über den Rechtsanwalt geklärt.“ Insbesondere für kleinere Firmen könnten Zahlungsausfälle „massiv existenzbedrohend“ sein, sagte der Wirtschaftsexperte der FDP-Fraktion im Landtag, Raimund Tomczak. Im Gespräch mit Unternehmern verschiedener Branchen von der Prignitz bis zur Lausitz sei die schlechte Zahlungsmoral „immer wieder ein Problem“. Und nicht nur die Betriebe untereinander brächten sich so in Schwierigkeiten, auch die öffentliche Hand lege eine schlechte Zahlungsmoral an den Tag. Häufig gebe es deshalb Beschwerden.

„Wie ist es um die Zahlungsmoral öffentlicher Institutionen auf Landes- und Kommunalebene bestellt?“, wollte Tomczak deshalb in einer parlamentarischen Anfrage an das Finanzministerium wissen. Dazu gebe es keine „statistischen Erfassungen“, heißt es in der Antwort von Finanzminister Helmuth Markov (Linke). Bei berechtigten Forderungen sei von deren Erfüllung auszugehen. Allerdings seien die Landesregierung und ihre nachgeordneten Bereiche gehalten, Ausgaben nur in dem Maße zu tätigen, wie „dies zur wirtschaftlichen und sparsamen Verwaltung erforderlich ist“.

Von Ulrich Nettelstroth

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