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Brandenburg Kein Durchkommen zur Müritz: Schleuse Zaaren bleibt blockiert
Brandenburg Kein Durchkommen zur Müritz: Schleuse Zaaren bleibt blockiert
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17:52 21.06.2019
Die Baustelle der Schleuse Zaaren auf dem Wasserweg zwischen Berlin und der Müritz. Quelle: Foto: Lisa Ducret/dpa
Templin

Infolge von Unwetterschäden zieht sich die Sanierung der Schleuse Zaaren (Uckermark) an der Oberen-Havel-Wasserstraße länger hin als geplant. Ein Blitzeinschlag in ein Betonwerk in Templin habe dort die Steuertechnik komplett zerstört, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde am Freitag mit. Zudem mussten die Arbeiten zur Betonierung wegen Starkregens mehrfach unterbrochen werden.

„Infolge der Ereignisse und des dadurch erheblich gestörten Bauablaufes hat der Auftragnehmer mitgeteilt, dass der Termin zur Verkehrsfreigabe am 1. 8. 2019 nicht mehr zu halten ist“, teilte das WSA mit. Ein neuer Termin solle baldmöglich bekannt gegeben werden.

Mecklenburger Seenplatte nicht direkt erreichbar

Durch die Sperrung der Schleuse ist die Mecklenburger Seenplatte nicht mehr auf direktem Weg auf Wasserstraßen vom Berliner Raum aus erreichbar. Ein möglicher Umweg führt über die Untere Havel, die Elbe und die Elde-Müritz-Wasserstraße und ist mit mehr als 400 Kilometern fast doppelt so lang wie der direkte Weg über die Obere Havel. Die Seenplatte ist ohne Einschränkungen befahrbar.

Der Blitzeinschlag in das Betonmischwerk sei zweifellos höhere Gewalt, sagte Peter Heydenbluth, Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam und Sprecher des Bündnisses für Wasserstraßen am Freitag. „Dennoch kostet die erneute Verlängerung der Sperrzeit die betroffenen Unternehmen nun endgültig die Saison und ist der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen und sie in ihrer Existenz erschüttern dürfte.“ Bei einer Sperrung der Schleuse bis zum 1. August hätten die betroffenen Unternehmen bereits einen Verlust von 2,1 Millionen Euro errechnet, sagte Heydenbluth. „Der Schaden dürfte nun wohl noch höher ausfallen.“ Hinzu kämen weitere Ausfälle bei der Gastronomie, dem Handel und in der Freizeitwirtschaft.

Steuerung wird später eingebaut

Noch Anfang Juni hatte Wasserstraßenamtschef Peter Münch gesagt, die Schleuse werde zum 1. August fertig. „Das wird zwar eng, aber wir schaffen das.“ Die noch fehlende Automatik soll ohnehin erst nach der Wassersportsaison eingebaut und getestet werden und 2020 funktionieren.

Von Klaus Peters