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Brandenburg Schwere Gewalt gegen Polizisten nimmt zu
Brandenburg Schwere Gewalt gegen Polizisten nimmt zu
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11:02 28.09.2013
Potsdam

Schubsen, schlagen, treten: Polizisten erleben im Dienst immer wieder selbst körperliche Gewalt. Die Angriffe sind insgesamt zwar leicht rückläufig, aber schwere Körperverletzungen gab es dabei 2012 häufiger als im Vorjahr.  Polizisten sollen gegen Gewalt vorgehen, werden aber immer wieder selbst zum Ziel von Angriffen. In Brandenburg sind im vergangenen Jahr 968 Polizisten Opfer von Gewaltstraftaten geworden. Das waren vier Polizisten oder 0,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie aus einer Antwort von Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Hans-Peter Goetz (FDP) hervorgeht. Während die Fälle von Nötigung und leichter Körperverletzung rückläufig waren, stieg die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um fast 20 Prozent.

„Die Situation muss uns alle aufschrecken”, kommentierte Hans-Peter Goetz. Er forderte die rot-rote Landesregierung auf, gegen die Ursachen der Gewalt vorzugehen. Aus Sicht von Holzschuher gibt es keinen Anstieg der Gewalt gegen Polizisten. Er versprach aber, Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln, etwa bessere Sicherheitskleidung prüfen zu lassen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas, Schuster, auf das Gewaltproblem hingewiesen.

Verzeichnete die Polizei in den eigenen Reihen im Jahr 2011 noch 37 Opfer einer gefährlichen und schweren Körperverletzung, wurden 2012 schon 44 Fälle bekannt. Die Fälle von leichter Körperverletzung sanken von 80 auf 68 (minus 15 Prozent). Zudem gab es 2012 vier Fälle von Nötigung weniger als im Vorjahr (minus 12,5 Prozent). Im Jahr 2011waren zudem noch zwei Polizisten getötet worden. 2012 gab es unter den Polizisten keine Todesopfer durch Mord oder Totschlag.

„Früher blieb es in starkem Maße bei verbaler Gewalt. Heute werden Beamte mit der Faust geschlagen oder mit Gegenständen traktiert. Das ist ein ernst zunehmendes Problem”, erklärte Schuster Ende August. Hauptursache sei die zunehmende Respektlosigkeit. „Polizei ist in der Bundesrepublik Deutschland keine Autorität mehr.” Für viele sei der Beamte auf der Straße nur noch der „blöde Bulle”.

dpa

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