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Brandenburg Bericht: So viele Waldbrände gehen auf Brandstiftung zurück
Brandenburg Bericht: So viele Waldbrände gehen auf Brandstiftung zurück
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21:31 02.07.2019
Die Ursache für den Brand in der Lieberoser Heide ist noch unklar. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
Potsdam

Wenn es in Brandenburgs Wäldern brennt, geht das in fast jedem fünften Fall auf Brandstifter zurück. Bei den 512 Waldbränden, die es 2018 in Brandenburg gegeben hatte, gehen die Behörden in 94 Fällen davon aus, dass die Feuer vorsätzlich gelegt wurden. Auch in der laufenden, bereits heftigen Waldbrandsaison, deutet etwa jeder fünfte Fall auf Brandstiftung hin. Das berichtete der RBB. Der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel bestätigte die hohe Brandstifterquote gegenüber der MAZ: „Das stimmt leider. Es ist traurig, aber wahr“, sagte er.

Die Zahlen stammen aus der noch unveröffentlichten Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die auf Meldungen der Bundesländer beruht.

277 Waldbrände schon in diesem Jahr

277 mal brannten in diesem Jahr bereits märkische Waldgebiete. In 49 Fällen gehen die Behörden von Vorsatz aus.

Bei etwa 75 Bränden in diesem Jahr vermuten die Behörden Fahrlässigkeit als Ursache, also etwa achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen. In knapp 10 Prozent lag den Bränden eine natürliche Ursache (Blitzschlag) zugrunde. Hierbei kommt laut Engel eigentlich nur ein Blitzeinschlag infrage. Bei den restlichen Fällen ist die Brandursache noch unbekannt.

Schwerpunkt: Oberhavel

Vor allem der Landkreis Oberhavel habe sich als Hochburg der Brandstifter herauskristallisiert, hieß es. Dort ließen sich zwei Drittel der Waldbrände auf Brandstiftung zurückführen. Der Landkreis will am Mittwoch über die Situation offiziell informieren.

Nicht nur 2018, auch im relativ feuchten Sommer 2017 stach Brandenburg als Waldbrand-Hochburg deutlich hervor: Damals zählten die Forstbehörden 141 Brände auf 285 Hektar. Insgesamt brannte es in Deutschland 2017 auf 395 Hektar. In 49 der 141 Fälle in Brandenburg waren die Brände vorsätzlich gelegt worden.

Feuer in Lübtheen: Verdacht auf Brandstiftung

Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hatte sich in der Nacht zum Dienstag auf eine Fläche von etwa 600 Hektar weiter ausgedehnt. Dennoch schöpfen die Verantwortlichen Zuversicht, das Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), am Dienstag.

Auch dort verdichteten sich die Hinweise, dass das verheerende Feuer auf dem Truppenübungsplatz absichtlich gelegt wurde. „Es verhärtet sich der Verdacht, dass es sich um Brandstiftung handelt“, sagte Sternberg (SPD). Befragungen würden laufen. Ob es bereits Verdächtige gibt, sagte Sternberg nicht.

Von Torsten Gellner

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