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Brandenburg Seine Freundin hatte “Todesangst“ vor Jan G.
Brandenburg Seine Freundin hatte “Todesangst“ vor Jan G.
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19:39 27.11.2017
Jan G. beim Prozessauftakt am 17. Oktober in Frankfurt (Oder). Quelle: Olaf Wagner
Frankfurt (Oder)

Die Ex-Freundin des Angeklagten, der seine Großmutter und zwei Polizisten in Ostbrandenburg ermordet haben soll, hat vor Gericht das Beziehungsleben umrissen. Das sei ein «Auf und Ab» gewesen, beschrieb es die 27-Jährige am Montag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Sie sprach von zwei Persönlichkeiten in ihm. „Seine besitzergreifende Art hat mir Angst gemacht.“ Die Zeugin ergänzte: „Ich hatte keine Angst vor körperlicher Gewalt, sondern vor psychischer Gewalt.“ Dann beschrieb sie wieder Situationen, in denen er süß und nett gewesen sei. „Ich konnte ihn irgendwie nicht ganz lassen.“

Wenige Tage, bevor die drei Opfer starben, habe sie mit dem Angeklagten dann aber endgültig Schluss gemacht, berichtete die Frau. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen vor, Ende Februar zuerst seine Großmutter in ihrem Wohnhaus in Müllrose (Oder-Spree) erstochen und dann auf der Flucht vor der Polizei zwei Beamte totgefahren zu haben. In dem Mordprozess hatte der Deutsche die Taten eingeräumt, indem er den Ablauf mehrmals beschrieben hatte.

Beschimpfungen und Drohungen

Das Gericht spielte am achten Verhandlungstag auch Sprachnachrichten ab, die der Angeklagte seiner Freundin in der Beziehungszeit geschickt hatte. Darin beschimpfte er sie aufs Übelste, schrie herum und sagte einmal, dass sie sterben werde.

Die Nachrichten leitete die junge Frau nach eigenen Angaben an den gerichtlich bestellten Betreuer ihres Freundes weiter, damit dieser ihm helfe. Sie sprach vor Gericht von „Todesangst“ und ergänzte: „Auf jeden Fall weiß ich, dass ich richtig Angst hatte.“ In der Vorwoche hatte das Gericht bereits den Betreuer des Angeklagten auf Nachrichten der jungen Frau an ihn angesprochen und ihn mit Fragen überhäuft, ob er denn etwas getan hätte. Der Betreuer war immer wieder ins Stocken geraten. Schließlich hatte er gesagt, der jungen Frau empfohlen zu haben, dass sie die Polizei holen solle, wenn sie es nicht schaffe.

Jan G. nur wenige Tage ertragen

Der Angeklagte lernte die 27-Jährige laut ihrer Aussage Mitte November 2016 im Internet kennen. Anfang Dezember habe er dann das erste Mal vor ihrer Tür gestanden. Der Angeklagte wohnte damals noch bei seiner Großmutter in Müllrose, die Zeugin lebt bis heute in Bayern. Nach dem ersten Treffen habe er die zweifache Mutter vier oder fünfmal dort besucht. Mehr als einige Tage am Stück habe sie das Zusammenleben aber nicht ertragen, betonte sie. Immer wieder habe sie ihn in den Bus nach Hause gesetzt.

Im Prozess gegen Jan G. haben bereits die Betreuer des Angeklagten und auch seine Mutter ausgesagt.

Von Anna Ringle

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