Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Seit einer Gehirnblutung kämpft sie für jeden Schritt
Brandenburg Seit einer Gehirnblutung kämpft sie für jeden Schritt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 31.03.2017
Der Schrittzähler ist für Martina Breidenbach ein Ansporn mehr zu laufen. Ihr Mann Christoph unterstützt sie. Quelle: Diana Bade
Zeuthen

Wie ein Augenblick das ganze Leben verändern kann, erlebt Martina Breidenbach, als sie gerade 36 Jahre alt war. Am Frühstückstisch spürt sie plötzlich heftige Kopfschmerzen, legt sich wieder in ihr Bett, um sich auszuruhen. Als ihr Mann vom Joggen wiederkommt, findet er seine Frau bewusstlos. Er ruft einen Rettungswagen. Die Diagnose: eine schwere Gehirnblutung.

Heute sitzt die 51 Jahre alte Brandenburgerin aus Zeuthen (Dahme-Spreewald) im Rollstuhl, ihre linke Körperseite ist gelähmt, weshalb sie ohne Gehhilfe oder den stützenden Arm ihres Mannes Christoph (51) nicht laufen kann. Seit ihrer Hirnblutung arbeitet Martina Breidenbach hart daran, eines Tages wieder gehen zu können. Den Aufruf in der MAZ zur „Fit und gesund“-Aktion vor einigen Wochen hat sie deshalb mit großem Interesse gelesen. Sofort schrieb sie ein paar Zeilen an die Zeitung und bewarb sich um eine Teilnahme: „Ich denke, dass mich ein Schrittzähler motivieren wird, den Rollstuhl länger stehen zu lassen. Für mich ist der letzte Platz immer noch ein Erfolg.“

„Ich kämpfe gegen mich selbst“

Seither ist Martina Breidenbach auf Platz 26 außer Konkurrenz beim Wettbewerb dabei. Während der Aktionszeit traten 25 Teilnehmer ausgerüstet mit einem Fitnessarmband gegeneinander an und haben innerhalb einer Woche täglich ihre Schritte dokumentiert.

Martina Breidenbach war bereits vor dem Start des Wettbewerbs klar, dass sie keine Chance gegen ihre Mitstreiter haben würde. Doch darum ging es ihr nicht, denn für sie zählt jeder Schritt auf andere Weise. „Ich kämpfe gegen mich selbst“, erklärt sie.

Und der Kampf hat sich gelohnt. Am Ende des Schrittzähler-Wettbewerbs blickt die Zeuthenerin heute auf eine stolze Tagesbilanz zurück. Durchschnittlich 400 bis 800 Schritte ist sie gelaufen. „Die Aktion war für mich ein Ansporn an den sieben Tagen täglich 200 Schritte mehr zu gehen als sonst.“ Denn das Laufen ist für sie sehr mühsam. „Das Stehen kostet Kraft, Füße und Waden schmerzen und ich laufe sehr langsam.“

Die Hirnblutung kam ohne Vorerkrankung

Über seine Frau sagt Christoph Breidenbach deshalb sie sei „stark“ und „eigenwillig“. Gemeinsam lebt das Paar in einem ebenerdigen Haus in Zeuthen, das Breidenbach für seine Frau rollstuhlgerecht hat bauen lassen.

In einem Büro in ihrer Heimat Würzburg in Bayern haben sich die beiden studierten Vermessungsingenieure kennengelernt. Für die Arbeit zog das Paar 1995 zunächst nach Berlin, ins „pulsierende“ Kreuzberg und später nach Königs Wusterhausen, wo sie heirateten. Dort entschieden sich die Breidenbachs für ein Aufbaustudium.

Als Martina Breidenbach kurz vor Ende des Studiums mit ihrer Diplomarbeit beginnen wollte, bekam sie ohne Vorerkrankung die Gehirnblutung, deren Ursache ein Aneurysma war. Dabei handelt es sich um eine Schwäche der Zellen an der Gefäßinnenwand. Für zwei Wochen wurde die junge Frau damals in ein künstliches Koma versetzt. Als sie wieder aufwachte, folgten sechs weitere Wochen im Krankenhaus, daran anschließend eine langwierige Reha.

Ihr Ziel: „Augen geradeaus und weitergehen“

Langsam lernte die Brandenburgerin wieder zu sprechen, was ihr heute gut gelingt. Mühe macht ihr noch immer das Laufen. „Um den Rollstuhl endlich hinter mich zu lassen, versuche ich jeden Tag einige Stunden nur mit den Gehhilfen zu verbringen.“ Viele Physiotherapeuten haben sie über die Jahre dabei unterstützt. Und sie will weiter fleißig Schritte sammeln für ihr großes Ziel. „Ich wünsche mir, dass ich eines Tages ohne Hilfsmittel im Haus laufe.“

Über ihren langen Kampf nach der Krankheit hat Martina Breidenbach ein Buch geschrieben. „Als Sterntaler ein Klumpen Gold auf den Kopf fiel. Der Weg zurück zum Ich“ (Wagner Verlag) ist keine reine Autobiografie, sondern eine eng an ihr Leben angelehnte Erzählung. „Welche Überraschungen die Zukunft für mich bereithält, kann ich derzeit nur erträumen“, schreibt sie am Ende ihres Buches. „Jetzt heißt es erst einmal: Augen geradeaus und weitergehen.“

Von Diana Bade

Lange hatte die Große Koalition daran herumgebastelt, jetzt einigten sich Union und SPD: Einbrechern sollen künftig mit mindestens einem Jahr Haft bestraft werden. Das soll die Abschreckung erhöhen. Märkische Richter reagieren skeptisch, denn nur wenige Täter werden gefasst und landen tatsächlich vor Gericht.

30.03.2017
Potsdam Freitagsgebete in der Potsdamer Biosphäre - Kritik an muslimischen Predigten hält an

Der Bericht des ARD-Journalisten Constantin Schreiber über isolationistische Tendenzen bei den muslimischen Freitagspredigten in Potsdam hat am Donnerstag auch den Innenausschuss im Landtag beschäftigt. Künftig soll das Gesagte ins Deutsche übersetzt werden.

30.03.2017

Der Braunkohle-Tagebau in der Lausitz soll nicht erweitert werden. Der neue Eigentümer Leag hat heute entsprechende Pläne vorgestellt und damit die Pläne des früheren Eigentümers Vattenfall deutlich eingedampft. Eine Umsiedlung von mehr als 3000 Menschen ist vom Tisch.

30.03.2017