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Brandenburg Künstliche Intelligenz im Haushalt – bringt das was?
Brandenburg Künstliche Intelligenz im Haushalt – bringt das was?
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17:28 04.11.2019
Ein vernetzter Sensor an der Terrassentür kann Einbruchsversuche registrieren und Gegenmaßnahmen auslösen. Quelle: Fotos: Smart Friends
Potsdam

Eine Alarmanlage, die sich auch auf Reisen über Smartphone, Tablet oder einen Sprachassistenten steuern lässt? Die Licht und Ton einsetzt, um Eindringlinge abzuschrecken? Oder eine Überwachungskamera, die auch im Dunkeln noch alles gestochen scharf erkennt? Das sind in etwa die Standards, die moderne Sicherheitstechnik heute setzt, und die gerade auch auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin präsentiert wurden. Als letzter Schrei gilt derzeit das sogenannte Smart Home, das Sicherheit durch intelligente Technologie schafft.

Moderne Smart-Home-Lösungen kombinieren dafür traditionelle Ansätze wie Brandmelder oder Alarmanlagen mit Bewegungssensoren und vernetzter Informationstechnologie. Oft nutzen sie dafür auch das Internet. Und befähigen damit sozusagen den Haushalt zum eigenen Handeln. „Eine Technologie ist für mich smart, wenn sie selbst reagieren kann“, sagt die Leiterin des Instituts für Gebäudetelematik an der Technischen Hochschule Wildau (Dahme-Spreewald), Birgit Wilkes. Ihr fallen zum Beispiel Sensoren an den Fenstern ein, die dort unerlaubtes Hantieren oder Öffnen erkennen. Ein smartes Haus könnte sich dagegen wehren, indem es die Rollläden herunterfährt, Licht einschaltet, Lärm erzeugt und den Einbruchsversuch per Telekommunikation meldet.

Geräte können Notruf absetzen

Smarte Brandmelder, Wasserleckage- und CO2-Melder sind herkömmlichen Systemen überlegen, weil sie jede Abweichung von der Norm an ein verbundenes intelligentes System melden. Dieses macht nicht nur Geräusche oder alarmiert über Sprachansage, es kann auch direkt Notruf- und Service-Leitstellen anrufen oder die Gas- und Wasserleitungen sperren. Andere Systeme eröffnen Fluchtwege und geben Orientierung, indem sie zum Beispiel die Rollläden hochfahren oder die Beleuchtung einschalten. „Es gibt unheimlich viel“, bestätigt Wilkes.

Intelligente Systeme schützen nicht nur vor Einbruch. Der Versicherer Generali, so Wilkes, bietet Wassersensoren in seinen Versicherungspaketen an. Diese bemerken Lecks und verhindern größere Wasserschäden. Außerdem könne angesichts des demografischen Wandels auch die Überwachung von gesundheitsschwachen Senioren ein Zweck für Smart-Home-Technologie sein. Die Sensorik kann wahrnehmen, wenn jemand zu Boden fällt oder längere Zeit keine Aktivität registriert. Regelsysteme können dann Helfer alarmieren.

Auch in Brandenburg entdeckt die Wirtschaft das Geschäftsfeld. Schon acht brandenburgische Firmen sind Mitglieder im Verband Smart-Home-Initiative Deutschland. Deren Sprecher Günther Ohland sagt, dass „in jedem Fall“ noch mehr Handwerker und Unternehmer der Mark auf diesem Feld aktiv sind. Grundausstattungen für smarte Anlagen produziert zum Beispiel die früher in Berlin sitzende Traditionsfirma Eldat. Sie zog nach der Wende nach Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und widmete sich dann verstärkt smarten Themen. „Die Nachfrage wächst“, sagt Geschäftsführer Hans-Heinz Müller. Es sei eine relativ neue Technologie, die auch für die Region Potenzial biete. In der Region gebe es viele Fachkräfte. Hinzu kommen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen. „Wir haben hier selbst eine gute Basis gehabt“, sagt Müller. Seine eigene Firma liefert inzwischen weltweit.

Viele Kunden dürfte bisher der Preis von Smart-Home-Lösungen abschrecken. Wer ein Haus luxuriös smart ausstatten will, kann schon mal 30 000 Euro dafür bezahlen. Umgekehrt kann man zum Beispiel aber auch schon für 2000 Euro eine Wohnung altersgerecht „smart“ machen. Der Smart-Home-Initiativen-Sprecher Ohland findet es durchaus sinnvoll, eine Wohnung für diesen Preis auszustatten, damit ältere Angehörige länger zu Hause bleiben können. Die einmalige Investition für Warnanlagen, Bewegungsmelder oder automatische Lüftung wiege monatliche Heimkosten von über 3000 Euro locker auf.

Von Rüdiger Braun

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