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Brandenburg So können Radfahrer Unfällen vorbeugen
Brandenburg So können Radfahrer Unfällen vorbeugen
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11:48 09.12.2016
Radler leben im Straßenverkehr oftmals gefährlich – und sollten im Zweifel defensiv fahren, auch mal auf ihre Vorfahrt verzichten.
Radler leben im Straßenverkehr oftmals gefährlich – und sollten im Zweifel defensiv fahren, auch mal auf ihre Vorfahrt verzichten. Quelle: dpa
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Potsdam

Fahrradunfälle gehören zum traurigen Alltag im Straßenverkehr: Erst am Donnerstag hat es erneut drei Vorfälle gegeben – einer davon verlief tödlich. In Berlin-Charlottenburg war eine 52-jährige Radfahrerin von einem Lastwagen überrollt worden. Sie verstarb noch am Unfallort. Der 50-Jährige Fahrer eines Kipplasters hatte die Frau offensichtlich beim Abbiegen übersehen.

Wie kann es sein, dass mit den technischen Möglichkeiten von heute noch immer solche Unfälle passieren? Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft sagt dazu: „Wenn der Mensch sich grob falsch verhält, kann keine Technik der Welt etwas dagegen machen.“ Der Leiter der Unfallforschung ist außerdem der Meinung, dass die Situationen im Stadtverkehr oftmals viel zu komplex seien, als dass technische Geräte allzeit zuverlässig reagieren könnten. „Radfahrer und auch Fußgänger sind manchmal schnell da und auch wieder weg“, sagt Brockmann. „Würde die Technik ständig reagieren und vielleicht sogar abbremsen, würde man sie irgendwann abschalten.“

Fünf Regeln vom Allgemein Deutschen Fahrrad-Club

Radfahrer sind also am besten beraten, wenn sie durch ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr ihre Sicherheit erhöhen. Siegfried Brockmann sagt: „Im Ernstfall sollte der Radfahrer die Bremse ziehen und warten, bis der Lkw vorbei ist.“ Auch, wenn der Radler eigentlich Vorfahrt gehabt hätte.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat ebenfalls Regeln zur Verkehrssicherheit für Radfahrer zusammengestellt – hier fünf der wichtigsten:

• Vorausschauend und eindeutig fahren - berechenbar für andere. Handzeichen schaffen Klarheit.

• Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern suchen und nicht nur auf das Gehör verlassen.

• Nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv fahren.

• Ausreichend Abstand halten und Sicherheitszonen schaffen.

• Abbiegende Autos und Lkws erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Stichwort: Toter Winkel.

Mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen

„Rund 75 Prozent aller Unfälle, in die Fahrradfahrer verwickelt sind, finden zwischen Radfahrern und Autofahrern statt“, sagt Martin Jobst vom ADFC-Expertenteam Verkehrssicherheit. Vorsichtig fahren und Rücksicht nehmen sind daher für den ADFC Selbstverständlichkeiten im Straßenverkehr, schließlich möchte jeder Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer – sicher ans Ziel kommen. Wer Rücksicht nehme, werde auch vorsichtig und rechne damit, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen können – man selbst sei davor ja auch nicht gefeit, schreibt der Club auf seiner Internetseite.

Tipps für den Winter

Helle Kleidung allein reicht nicht, um Fußgänger und Radfahrer im Herbst und Winter sichtbarer zu machen. Wer bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter unterwegs ist, sollte Kleidung mit eingearbeiteten retroflektierenden und fluoreszierenden Materialien tragen, empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Während retroreflektierende Materialien das auf sie gerichtete Licht zurückwerfen, wird fluoreszierendes Material durch Licht aufgeladen.

Beim Kauf sollten Verbraucher darauf achten, dass die Kleidungsstücke den europäischen EN-Normen (ISO 20471 für Bekleidung und Warnwesten) entsprechen.

Daraus ergibt sich eine goldene Regel: Grundsätzlich sollten Radfahrer nach außen selbstbewusst, innerlich jedoch defensiv fahren. Das heißt, Radfahrer nehmen sich ihren Platz und ihr Recht im Straßenverkehr, jedoch nicht im blinden Vertrauen auf Paragrafen und Regeln. Wer den Verkehr beobachte, könne seinen Blick für gefährliche Situationen schärfen, heißt es beim ADFC. Radfahrer sollten abschätzen, welche Situationen auf sie zukommen können. Rücksichtnahme und Vorsicht seien das A und O im Straßenverkehr.

Von MAZonline

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