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Brandenburg So sind die Kliniken in Brandenburg auf das Coronavirus vorbereitet
Brandenburg So sind die Kliniken in Brandenburg auf das Coronavirus vorbereitet
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07:38 12.03.2020
Wie hier in Mannheim (Baden-Württemberg) werden auch in Brandenburgs Kliniken Coronavirus-Patienten in ausgelagerten Räumen betreut. Quelle: Uwe Anspach/dpa
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Cottbus/Brandenburg

Kliniken in Brandenburg sind nach eigenen Angaben vorbereitet, sollten die begründeten Coronavirus-Verdachtsfälle weiter ansteigen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Wir sind bereit, wenn der Bedarf bei Patienten für ein Screening ansteigt“, sagte die Geschäftsführerin des Krankenhauses in Spremberg (Spree-Neiße), Kathrin Möbius. Dafür seien spezielle Räume vorgesehen.

Im Moment gebe es jedoch noch keine erhöhte Zahl an zu testenden begründeten Verdachtsfällen. Ein Problem sind laut Möbius die Lieferengpässe für Schutzkleidung, darunter Anzug, Schutzbrille und Mundschutz mit höherer Klassifikation. Da verfüge das Krankenhaus nur über einen begrenzten Umfang. Derzeit müsse man sich mit Einzelbestellungen zu überhöhten Preisen behelfen, sagte Möbius.

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Lausitz-Krankenhaus gliedert Corona-Patienten aus

Das Lausitz Klinikum in Forst (Spree-Neiße) hat für Corona-Verdachtsfälle ein gesondertes Gebäude im Krankenhaus eingerichtet. „Wir haben einen Versorgungsauftrag und denken ihn weiter. In so einer Notlage stehen wir Gewehr bei Fuß“, sagte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Sein Team habe in Abstimmung mit dem Landkreis innerhalb kürzester Zeit eine Anlaufstelle aufgebaut. Man teste Personen auf Zuweisung der Allgemeinärzte, der Notaufnahme und des Gesundheitsamtes.

Speziell geschulte Pflegekräfte kümmerten sich um Rachen-Abstriche bei Verdachtspatienten. Am Dienstag seien 27 Patienten getestet worden. Schutzkleidung und Untersuchungsmaterial seien ausreichend vorhanden, sagte Schmidt. Die Tests würden in einem Labor des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums ausgewertet.

Unterstützung für Hausärtze

Das Naemi-Wilke-Stift in Guben (Spree-Neiße) hat nach eigenen Angaben eine Absprache mit dem Landkreis, dass sich Patienten im Klinikum in Forst melden. In den Ruppiner Kliniken in Neuruppin gibt es einen kompletten abgetrennten Bereich mit mehreren Räumen für Tests auf den Erreger Sars-CoV-2. „Es gibt vermehrt Anrufe. Wir merken, dass die Menschen besorgt sind“, sagte eine Sprecherin. Schutzkleidung für die Mitarbeiter sei ausreichend vorhanden.

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Das Klinikum in Brandenburg an der Havel hat neben der Rettungsstelle einen Raum mit Wartebereich eingerichtet. Im Moment gebe es keinen erhöhten Test-Bedarf auf das neuartige Virus, sagte Geschäftsführerin Gabriele Wolter. In Abstimmung mit den Hausärzten soll ab dem 16. März eine Abklärungsstelle eingerichtet sein. Hausärzte werden dort Tests bei begründeten Verdachtsfällen durchführen, damit Patienten vom normalen Praxisbetrieb getrennt sind. Mit Schutzkleidung sei man momentan noch gut ausgestattet. „Wenn es allerdings richtig losgehen sollte und die Lieferanten Engpässe haben, wissen wir nicht, wie lange die Schutzkleidung ausreicht“, sagte Wolter.

Immer mehr Corona-Tests

Auch das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) testet Personen, bei denen ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dafür wurden Räume im ehemaligen Verwaltungsgebäude zur Verfügung gestellt. Mit der Einrichtung der Außenstelle soll den Angaben zufolge auch verhindert werden, dass die Abläufe in der Notaufnahme durch Patienten, die Sorge haben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, übermäßig belastet werden.

Weil die Nachfragen zu Möglichkeiten einer diagnostischen Abklärung einer Coronavirus-Infektion deutlich zugenommen haben, hat das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus ein Zelt in Betrieb genommen. Dort werden nach Auskunft des Klinikums Personen getestet, die vom Hausarzt als begründeter Verdachtsfall eingestuft wurden. Ohne eine veranlasste Überweisung sollte das Zelt gemieden werden.

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Von RND/dpa