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Brandenburg So wird in Berlin und Brandenburg an den Mauerfall erinnert
Brandenburg So wird in Berlin und Brandenburg an den Mauerfall erinnert
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06:36 04.11.2019
Die zentrale Festveranstaltung findet an der Glienicker Brücke statt. Quelle: FOTO: DPA
Potsdam/Berlin

Mit vielen Veranstaltungen wird in den kommenden Tagen an den Fall der Mauer am 9. November 1989 erinnert. Die zentrale Gedenkveranstaltung in Brandenburg findet dabei am kommenden Sonntag, den 10. November, in Potsdam statt – an jenem Tag also, an dem auch die Glienicker Brücke geöffnet wurde.

Unter anderem erinnert dort eine Fotoausstellung an die Jahre der Teilung und an die Öffnung der Schlagbäume vor 30 Jahren. Ab 16 Uhr erinnert eine Videoinstallation mit historischem Filmmaterial an die Ereignisse vor 30 Jahren. Um 17.45 Uhr soll es ebenfalls auf der Brücke zu einer Bürger-Begegnung kommen. Aus Anlass des Jahrestages wird die Brücke am 9. und 10. November jeweils von 16 bis 22 Uhr festlich beleuchtet.

Gottesdienst in der Nikolaikirche

Um 15.30 Uhr gibt es einem ökumenischen Gottesdienst in der Potsdamer Nikolaikirche unter Leitung der Bischöfe Markus Dröge und Heiner Koch. Im Anschluss daran findet dort die gemeinsame Festveranstaltung von Landtag und Landesregierung mit Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Ministerpräsident Dietmar Woidke statt.

Die Hauptstadt erinnert mit einer Festivalwoche an den Mauerfall. Den Auftakt dazu gibt am Montag (17.30 Uhr) Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf dem Alexanderplatz.Dort hatten vor genau 30 Jahren am 4. November 1989 Hunderttausende Ostdeutsche für Meinungsfreiheit und Demokratie demonstriert. Es war wenige Tage vor dem Mauerfall die größte Massendemonstration in der DDR-Geschichte. Der historische Tag soll am Montagabend mit einer großen Performance an dem originalen Schauplatz wieder lebendig werden, hieß es.

Ausstellung im Bahnhof der „Freiheitslinie U5“

Unter dem Motto „7 Tage – 7 Orte“ sind bis zum 9. November an authentischen Berliner Orten der friedlichen Revolution Lesungen, Installationen, Zeitzeugen-Gespräche, Info-Pavillons, Filme und Ausstellungen geplant, wie die Kulturprojekte GmbH mitteilte. Sie organisiert im Auftrag des rot-rot-grünen Senats die mehr als 200 Veranstaltungen.

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wird am Montag am Brandenburger Tor eine Kunstinstallation präsentieren (etwa 18.30 Uhr). Rund 30 000 Zettel mit Visionen, Wünschen oder Botschaften von Menschen wurden zu einer 150 Meter langen Freiheitswolke verknüpft, die über der Straße des 17. Juni aufgespannt ist. Die Aktion solle an Transparente von Demonstrationen aus dem Herbst 1989 erinnern. Am Montag wird zudem eine Ausstellung mit dem Titel „Freiheitslinie U5. Nächster Halt Freiheit?“ im U-Bahnhof Schillingstraße eröffnet.

Bühnenshow am Brandenburger Tor

Höhepunkt der Woche soll dann am Abend des 9. November eine große Bühnenshow am Brandenburger Tor sein. Dort wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Menschen sprechen. Die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim spielt die 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Steinmeier sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden an dem Jahrestag zu der zentralen Gedenkveranstaltung (10.30 Uhr) in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße erwartet. Dort sollen auch Kerzen entzündet werden. Damit solle der Mut der DDR-Opposition gewürdigt werden, die die friedliche Revolution erst möglich gemacht habe, teilte die Mauer-Stiftung mit.

Route der Revolution

Während der Festivalwoche können Interessierte in Berlin auf einer „Route der Revolution“ in die Vergangenheit eintauchen oder an Diskussionen und Konzerten teilnehmen. Neben dem Alexanderplatz gehören dazu laut Kulturprojekte das Brandenburger Tor, die Gethsemanekirche und die frühere Stasi-Zentrale.

Auch der Kurfürstendamm im früheren West-Berlin zählt demnach zu den Revolutions-Orten. Der Boulevard sei erstes Ziel vieler Ostdeutscher gleich nach dem Mauerfall gewesen, hieß es. In der Gethsemanekirche trafen sich vor dem DDR-Ende Menschen zu Mahnwachen und Konzerten.

Deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre lang an

Entwickelt wurde auch eine App, die einen dreidimensionalen Eindruck der einst knapp 160 Kilometer langen Berliner Grenze zwischen Ost-West vermittelt. Die Kosten des Jubiläumsprogramms hat der Senat mit rund zehn Millionen Euro veranschlagt.

Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 dauerte die deutsche Teilung mehr als 28 Jahre. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Mauer mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. An einer Studie, wonach an der deutsch-deutschen Grenze mindestens 327 Menschen ums Leben kamen, waren zuletzt Zweifel aufgekommen.

Von MAZOnline

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