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Brandenburg Solarboom in Brandenburg? Experten sind hoffnungsvoll
Brandenburg Solarboom in Brandenburg? Experten sind hoffnungsvoll
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00:21 21.02.2019
Der Solarpark der Firma Wattner in Wittstock Quelle: Wattner
Potsdam

Der Bau größerer Solaranlagen rentiert sich zunehmend auch ohne staatliche Förderung. In Brandenburg könnte es deswegen zu einem neuen Solarboom kommen, erwarten Experten.

Technologie ist rentabel

„Die Technologie ist viel günstiger geworden. Sehr große Solarparks und erste Solarstromanlagen mit hohen Eigenverbrauchsquoten stehen bereits auf der Schwelle zur Unabhängigkeit von staatlicher Förderung“, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, der MAZ. Photovoltaik habe sich zu einem „absoluten Preisbrecher“ entwickelt, meint der Verbandschef.

Was die Herstellungskosten angehe, könnten moderne Solaranlagen im Kraftwerksmaßstab inzwischen mit konventionellen Kraftwerken konkurrieren. „Die Photovoltaik-Technologie ist ausgereift, aber noch lange nicht ausgereizt. Preise für die Module sinken, zugleich steigt ihr Wirkungsgrad.

Strom für 5 Cent pro Kilowattstunde

Solarparks erzeugen schon heute Solarstrom für rund 5 Cent pro Kilowattstunde in Deutschland“, so Körnig. Er erwarte, dass die Zahl der Anlagen sowohl im gewerblichen Bereich, aber auch beim Eigenheimbesitzern, deswegen ansteige. „Wie stark, das hängt aber von den politischen Rahmenbedingungen ab.“

Vor wenigen Tagen hatte der baden-württembergische Energieanbieter EnBW angekündigt, Deutschlands größten Solarpark mit 175 Megawatt Leistung ohne Förderung über das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) bauen zu wollen. Die Anlage soll bei Werneuchen (Barnim) auf 164 Hektar entstehen.

50 000 Haushalte könnten rechnerisch mit der Stromerzeugung versorgt werden. Die endgültige Investitionsentscheidung will das Unternehmen noch in diesem Jahr treffen.

Was macht das EEG?

Das EEG garantiert Betreibern von Solaranlagen feste Vergütungen. Finanziert wird das über eine Umlage, die über die Stromkunden gezahlt wird. Die EEG-Umlage macht etwa ein Fünftel des Strompreises aus. In diesem Jahr rechnet die Bundesregierung mit einer EEG-Umlage in Höhe von 22,59 Milliarden Euro.

Inzwischen lässt sich Solarstrom aber ab einer gewissen Größenordnung lukrativer direkt an der Strombörse vermarkten, ohne auf die EEG-Förderung zuzugreifen.

Auch andere Großunternehmen halten den Bau industrieller Ökostromanlagen ohne Förderung inzwischen für rentabel. So erwägt etwa ein Konsortium aus den Firmen Vattenfall, „Baywa r.e.“, Solarpraxis und Wattner den Bau eines riesigen Solar- und Windparks in der Lausitz ohne staatliche Förderung.

Solarpark bietet Arbeitsplätze

„Wir sehen dort ein großes Potenzial“, sagte Karl-Heinz Remmers, Chef der Berliner Solarpraxis AG. Die Bedingungen dort seien angesichts der riesigen Brachflächen hervorragend. „Die Stromnetze sind vorhanden, gut ausgebildetes Personal sowieso“, sagte er. Ein Solarpark von diesen Ausmaßen könnte mehreren Tausend Menschen Arbeit bieten.

Die Technik sei in den vergangenen Jahren deutlich effizienter und günstiger geworden, so dass sich ein Verzicht auf eine Förderung durch das EEG zunehmend lohne. Er geht davon aus, dass in Europa demnächst mehrere Solarparks im Giga-Watt-Bereich gebaut würden. „Das ist eine Wahnsinswelle, die auf uns zurollt“, so Remmers.

Stromlücke schießen

Verbandschef Carsten Körnig hält die Förderung von Solarstrom weiterhin für sinnvoll. Die garantierte Einspeisevergütung sei in den vergangenen Jahren so stark gesunken, dass sie sich kaum noch auf den Strompreis auswirke.

Allerdings sei der Ausbau von Solaranlagen staatlich gedeckelt, das sei ein „Hemmschuh“ für die Branche. „Wir steigen aus der Atomkraft und aus der Braunkohle aus. Um eine Stromlücke zu vermeiden brauchen wir mehr Erneuerbare Energien“, so Körnig. „Wenn die Energiewende gelingen soll, darf man den Bau von Solaranlagen nicht künstlich deckeln.“

Von Torsten Gellner

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