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Brandenburg Tropenhitze führt zu Straßenschäden
Brandenburg Tropenhitze führt zu Straßenschäden
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14:37 22.07.2014
Brandenburgs Straßen bröckeln bei den hohen Temperaturen. Quelle: dpa
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Potsdam

Nach dem heißen Tropen-Wochenende mit bis zu 35 Grad Celsius geben die Wetterfrösche vorsichtig Entwarnung: "In den kommenden Tagen rechnen wir mit Temperaturen zwischen 27 und 29 Grad Celsius", erklärt Ulfried Wohlfart vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. Und so schwül wie in den vergangenen Tagen soll es in absehbarer Zeit auch nicht mehr werden. Wer auf Regen hofft, muss lange warten. Niederschläge, Schauer und Gewitter seien nicht flächendeckend zu erwarten. Nur im Süden des Landes ist für Montag leichter Regen vorhergesagt.

Was für eine Affenhitze! Da hilft eigentlich nur eins: Ab ins kühle Nass! Wo sich die Brandenburger erfrischen, zeigt unsere Bildergalerie.

Damit die heißen Temperaturen gut überstanden werden und der Kreislauf geschont wird, sollten die Märker viel Flüssigkeit zu sich nehmen, empfiehlt Damaris Hunsmann vom Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam. "Wasser, Schorle oder Tee sind am besten." Alkohol sei tabu. Auf schweißtreibenden Sport sollte gänzlich verzichtet und ein ganzer Tag in der prallen Sonne vermieden werden.

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Höchste Waldbrandgefahrenstufe

In Brandenburgs Wäldern herrscht wegen der anhaltenden Hitze inzwischen allerorten größte Feuergefahr. In allen Teilen des Landes galt am Dienstag die höchste Warnstufe 5, wie das Agrarministerium mitteilte. Mehr als 90 Prozent aller Waldbrände werden von Menschen verursacht. Laut Gesetz ist im Wald oder im Abstand von bis zu 50 Metern Rauchen verboten, auch darf dort kein Feuer angezündet werden. In der Lausitz musste die Feuerwehr am Wochenende bereits mehrfach zu Waldbränden ausrücken. "Wenn die Temperaturen runtergehen, reicht es noch nicht zu einer Entwarnung. Es muss auch regnen", sagt Martina Heinitz, Referentin für Waldschutz im Forstministerium. "Die größte Gefahr für einen Waldbrand ist das achtlose Wegwerfen einer Zigarrettenkippe", so Heinitz.

Auch Lagerfeuer und Grillabende in Waldnähe seien laut Heinitz extrem gefährlich. Oft reiche schon ein kleiner Funkenflug. Autos sollten bei der Hitze nicht in Waldnähe abgestellt werden. "Katalysatoren und heiße Motoren können auch Funken werfen und einen Brandherd bilden", sagt Heinitz.

Straßenschäden durch Hitze - auf der A2 nur noch Standstreifen befahrbar

Die anhaltende Hitze führt zu ersten Straßenschäden in Brandenburg, vor denen auch der ADAC warnt. Durch die hohen Temperaturen dehne sich die Fahrbahnoberfläche aus, es entstehe eine große Spannung, die zum Bruch der Straßenoberfläche führen könne. Beim Fahren könne es dann einen Sprungschanzen-Effekt geben und das Auto abheben.

Die Autobahn 2 ist zwischen Wollin und Ziesar (Potsdam-Mittelmark) in Richtung Magdeburg nur noch auf dem Standstreifen befahrbar. Die drei Fahrbahnen weisen Schäden auf, wie Tilo Fiedler, Leiter der Autobahnmeisterei Werder/Havel, am Dienstag sagte. Auf zwei Spuren gebe es Aufwölbungen, die rechte Spur sei porös und brüchig. "Diese Schäden sind auf die Witterung zurückzuführen", sagte Fiedler. Es seien umfangreiche Havariearbeiten nötig. Diese sollten am Dienstag gegen 17.00 Uhr beginnen. "Geplant ist, dass morgen Vormittag zwei Spuren - die linke und die mittlere - wieder befahrbar sind", sagte Fiedler.

Der ADAC rät indes, dass die Fahrer sollten daher den Sicherheitsabstand erhöhen und auf die Fahrbahn achten. Besonders gefährdet ist die Autobahn 114 im Norden Berlins.

Autofahrer müssen sich darauf einstellen, dass es während der Arbeiten zu erheblichen Behinderungen kommt. Dem Landesbetrieb Straßenwesen waren zunächst keine weiteren großen Schäden im Land bekannt.

So sieht der Sommer in Brandenburg aus. Wie genießen Sie den Sommer? Fotos für diese Galerie an online@maz-online.de.

Auch im Wasser drohen Gefahren

Am Wochenende wurde der Wasserspaß vielerorts getrübt. Bei Badeunfällen in Berlin und Brandenburg starben vier Menschen. Insgesamt gab es am Wochenende in ganz Deutschland 19 Tote im Wasser zu beklagen.

Viele der Opfer waren Männer. Sie gehören im Wasser zur Risikogruppe. Besonders Männer zwischen 15 und 28 Jahren sind einer Erhebung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zufolge stark gefährdet. "Sie überschätzen viel häufiger ihr Leistungsvermögen als Frauen", sagt DLRG-Sprecher Martin Janssen.

Nach den teilweise heftigen Gewittern mit Hagel, starkem Regen und Sturmböen vor allem im Süden Deutschlands ist dort auch wieder etwas ruhigeres Sommerwetter in Sicht. Zwar seien weiterhin Gewitter möglich, so die Meterologen. Sie würden aber weniger stark ausfallen als ursprünglich befürchtet.

Hitzegewitter

Auf Deutschland sind vergangenes Jahr 542 376 Gewitterblitze niedergegangen. Besonders häufig ha t es in Sachsen und Brandenburg geblitzt, so die Versicherungswirtschaft gestern.
Grundlage der Daten sind Angaben des in Karlsruhe ansässigen Blitzinformationsdienstes von Siemens (BLIDS).
In bundesweit 340 000 Fällen verursachten die Blitze 2013 Schäden.
Der Schaden durch Blitze betrug 2013 insgesamt 280 Millionen Euro. Die durch direkte Blitzeinschläge verursachten Kosten sind relativ gering.

Von Marcel Jarjour
 

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