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Brandenburg Sorge wegen Terrorgefahr im Advent
Brandenburg Sorge wegen Terrorgefahr im Advent
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09:20 22.11.2017
Der Potsdamer Weihnachtsmarkt in der Innenstadt wird kommenden Montag eröffnet.   Quelle: Julian Stähle
Potsdam

 Etwa jeder vierte Brandenburger (24 Prozent) macht sich wegen möglicher Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte große oder sehr große Sorgen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Befragt wurden 1002 Wahlberechtigte.

Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent hingegen gab an, sich wegen der Gefahr von Anschlägen weniger oder gar nicht zu sorgen. Die Furcht vor Terror ist gegenüber einer Umfrage im Januar gesunken. Da hatten noch eine Mehrheit von 54 Prozent der Befragten große Sorgen vor Terroranschlägen geäußert.

Weihnachtsmärkte im Visier von Terroristen

Im vergangenen Jahr hatte der islamistische Attentäter Anis Amri in Berlin am 19. Dezember den Fahrer eines Lastwagens erschossen und mit dem Fahrzeug auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche elf weitere Menschen getötet und zahlreiche andere verletzt. In Potsdam, Cottbus und Erfurt wurden daraufhin Betonklötze in den Innenstädten aufgestellt. Am Dienstag nahm die Polizei sechs Syrer fest, die im Verdacht stehen, einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Essen (Nordrhein-Westfalen) geplant zu haben.

Polizei auf den Märkten sichtbar präsent

Mit sichtbarer Präsenz will die Brandenburger Polizei in diesem Jahr das Sicherheitsgefühl der Bürger auf den Weihnachtsmärkten stärken. Polizisten sollen in Uniform und gegebenenfalls mit deutlich sichtbaren Maschinenpistolen auf den Märkten auf Streife gehen, kündigte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Dienstag an. „Eine einhundertprozentige Sicherheit kann und wird es nicht geben“, sagte er. „Aber wir werden mit den Betreibern, mit den Städten und Gemeinden individuelle Lösungen finden, um ein sicheres Weihnachtserlebnis zu gewährleisten.“ Neben den Streifenpolizisten soll auch Videoüberwachung eingesetzt werden. Falls erforderlich, sollen die Weihnachtsmärkte mit Pollern oder anderen Barrieren gesichert werden. „Wir werden auch mit Zivilpolizistinnen und -polizisten vor Ort sein und so quasi unsichtbar Sicherheit gewährleisten“, sagte Mörke weiter.

Für eine konkrete Gefährdung eines Weihnachtsmarktes im Land Brandenburg liegen laut Polizei derzeit keine Erkenntnisse vor. Grundsätzlich werde in Bezug auf jeden einzelnen Weihnachtsmarkt genau bewertet, welche geeigneten Schutzmaßnahmen durchzuführen sind.

Schaustellerbund warnt vor überhöhter Sicherheit

Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, warnte vor überhöhter Sicherheit. „Wir müssen mit Augenmaß an die Sicherungsmaßnahmen herangehen, damit die Veranstaltung in ihrem Charakter nicht zerstört wird“, sagte Ritter. Deutschland habe mit Weihnachtsmärkten und Kirmes ein wunderbares Kulturgut. „Wenn wir aus diesen Veranstaltungen Festungen machen, dann ist der Charakter zerstört.“ Kirmes und Weihnachtsmärkte seien immer auch Stätten der Integration, gerade in Berlin. Im Schaustellergewerbe arbeiten bundesweit rund 40 000 Beschäftigte, davon ein Drittel Saisonkräfte. Etwa 5000 Familienunternehmen beschicken bundesweit 9900 Volksfeste und 1450 Weihnachtsmärkte, die jährlich mehr als 230 Millionen Besuche verzeichnen.

Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche Berlin

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hofft auf einen „Geist der Weihnacht“ auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Im Hinblick auf eine mögliche Terrorgefahr sagte Geisel: „Deswegen kann ich uns alle nur auffordern genau hinzuschauen, aber uns im Alltag nicht beeindrucken zu lassen.“ Weiter erklärte der Senator, dass der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit Betonpollern und öffentlicher Polizeipräsenz gesichert werde. So sollen Polizeiwagen an gefährdeten Stellen als Sperren platziert werden.

Zu starke Schutzmaßnahmen hält Geisel allerdings nicht für sinnvoll: „Es hilft uns auch nichts, Berlin zu pollern oder Mauern zu errichten oder ähnliches - das verändert unseren Alltag so sehr, dass die Terroristen damit Erfolg hätten.“

Von Igor Göldner und Volkmar Krause

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Brandenburgs Polizei wird auch in diesem Jahr verstärkt über die Weihnachtsmärkte streifen, um ein „sicheres Weihnachtserlebnis“ zu gewährleisten. Dazu werde es mit allen Beteiligten individuelle Lösungen geben, so Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Eine akute Gefährdung liege nicht vor.

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