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Brandenburg Sorgen um Einwanderung aus Tschetschenien
Brandenburg Sorgen um Einwanderung aus Tschetschenien
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22:07 06.08.2013
Eine Frau und Kinder aus Tschetschenien. Quelle: dpa
Eisenhüttenstadt

Nach dem Überfall auf ein tschetschenisches Flüchtlingspaar in Eisenhüttenstadt (MAZ berichtete) ist die Lage in dem Heim weiter sehr angespannt. Die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber ist völlig überbelegt. 700 Menschen drängen sich dort, für 500 ist die Einrichtung ausgelegt. Die überwiegende Mehrzahl sind tschetschenische Familien, sagte Susann Fischer, Sprecherin des Innenministeriums in Potsdam. Allein 280 Flüchtlingskinder sind dort untergebracht.

Am 26. Juli war in dem Flüchtlingsheim ein junges Paar von zehn Männern verprügelt worden, weil die Frau kein Kopftuch trug und oft in Jeans gekleidet war. Als Haupttäter gilt ein polizeibekannter 38-jähriger Tschetschene. Er soll dem radikalislamischen Netzwerk „Kaukasus-Emirat“ nahestehen. Auch die Attentäter von Boston sympathisierten mit dieser Gruppe.

Der Vorfall nährt die Sorgen deutscher Sicherheitsbehörden angesichts des wachsenden Zustroms gewaltbereiter Islamisten aus Tschetschenien. Aus keiner anderen Region der Erde kommen derzeit so viele Asylbewerber nach Deutschland. Von Januar bis Juni wurden in Deutschland 9957 Asylanträge von Flüchtlingen aus der Russischen Föderation gestellt. Eine Untergliederung in diverse russische Regionen gibt es offiziell nicht. In Sicherheitskreisen heißt es aber, rund 90 Prozent der russischen Asylbewerber seien Tschetschenen.

„Ganze Straßenzüge, ganze Dörfer brechen nach Europa auf“, berichtet der Berliner Ekkehard Maaß, Vorsitzender der Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft. Hintergrund sei nicht so sehr die Menschenrechtslage in Tschetschenien unter dem Regime von Ramzan Kadyrow: „Die ist gleichbleibend schlecht.“ Vielmehr werde gezielt das Gerücht gestreut, Deutschland zahle Tschetschenen ein großzügiges Begrüßungsgeld, gebe ihnen sogar Land. Von diesem Gerücht angelockt, kommen die Flüchtlinge über Moskau und Weißrussland nach Polen. An der Grenze werden ihnen die Fingerabdrücke genommen. „Damit haben sie automatisch einen Asylantrag in Polen gestellt.“ Ihr eigentliches Ziel aber bleibt Deutschland, in das sie meist nach kurzer Zeit weiterreisen.
Die meisten tschetschenischen Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt leben also in einer äußerst prekären Situation. Sie stellen hier fest, dass die Gerüchte von Geld und Land nicht stimmen. Zudem müssen sie damit rechnen, nach Polen zurückgeschickt zu werden. „Die Tschetschenen landen hier in einem sozialen Chaos“, sagt Ekkehard Maaß, den viele Flüchtlinge um Hilfe bitten.

Den Vorfall von Eisenhüttenstadt will Maaß nicht überbewerten. Die Stimmung in der Einrichtung sei wegen der Überfüllung und des Fastenmonats Ramadan, der heute zu Ende geht, aufgeheizt. Dass Kader des „Kaukasus-Emirats“ als Flüchtlinge getarnt einreisen, glaubt er nicht. Dass sich junge Tschetschenen in Deutschland radikalisieren, bestätigt er aber.

Von Klaus von der Brelie und Jan Sternberg

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