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Brandenburg Später Schulstart bringt Kitas in Not
Brandenburg Später Schulstart bringt Kitas in Not
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20:30 27.02.2013
POTSDAM

Noch mehr Raumnot und Personalmangel prognostiziert die Erzieherin für die märkischen Kitas, denn künftig soll für die meisten Brandenburger Kinder der Ernst des Lebens erst später beginnen.

Das SPD-geführte Bildungsministerium plant, Kinder erst wieder mit sechs und nicht wie seit 2005 praktiziert schon mit fünf Jahren einzuschulen (MAZ berichtete). Nach der Pisa-Panik mit einem Drang zum früheren Lernen sind sich Experten inzwischen weitgehend einig: Mit fünf Jahren sind viele Kinder noch nicht reif für die Schule. Längeres Spielen schadet den Kleinen nicht. „Viele Eltern haben auch Angst, ihr Kind schon in die Schule zu geben, zumal wenn dort die Ausstattung mit Lehrern nicht stimmt“, sagt auch Ute Günzel. Das Problem: Die Kitas sind auf das Mehr an rund 4000 Kindern, die dann länger in den Tagesstätten bleiben, nicht eingestellt. Rund 260 Lehrerstellen hofft das Land mit der neuen Einschulungsregelung einzusparen – mehr Erzieher gibt es dafür aber nicht. „Vor allem im Speckgürtel, wo die Nachfrage nach Kitaplätzen eh groß ist, wird sich die Situation weiter verschärfen“, fürchtet Günzel.

„Der Bedarf an Kitaplätzen und Fachkräften wird steigen“, sagt auch Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes – zumal ab August auch Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz haben. Das Land plane mal wieder Änderungen, die die Kommunen dann ausbaden müssten, klagt Böttcher. Weil sie die Landeszuschüsse für die Kitas schon jetzt für zu gering halten, hatten die kreisfreien Städte Potsdam, Cottbus, Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Auch nicht-kommunale Kitaträger sehen sich durch die Einschulungspläne in der Bredouille. Aus pädagogischen Gründen sei gegen einen späteren Schulstart nichts einzuwenden, teilt das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit. Es würden dadurch aber mehr Kita-Plätze beansprucht und langfristig zusätzliche Fachkräfte benötigt. Evangelische Kirche und Diakonie betreiben in Brandenburg 135 Kitas mit rund 8000 Plätzen.

Auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Trägerin von 120 märkischen Kitas mit rund 10 000 Plätzen, sieht einen „Mangel an Kitaplätzen“ auf sich zukommen. Jüngere Kinder müssten wohl oder übel abgelehnt werden, wenn die älteren die Kitas noch nicht Richtung Schule verlassen, erklärt AWO-Landesgeschäfstführerin Anne Böttcher. „Die Kinder können ja nicht wie im Hühnerstall aufeinander sitzen“, so Böttcher.

FDP-Fraktionschef Andreas Büttner zieht noch einen anderen Umkehrschluss: Die frühe Einschulung sei gescheitert, weil die Kitas die Vorbereitung auf die Schule nicht leisten können – aus Mangel an Personal. (Von Marion Kaufmann)

Jeder zehnte Schüler wird zurückgestellt Der Stichtag für die Einschulung ist in Brandenburg der 30. September. Alle Kinder, die bis zu diesem Datum sechs Jahre alt sind, müssen zum 1. August desselben Jahres eingeschult werden. Das bedeutet, dass auch Fünfjährige schulpflichtig sind. Bis 2005/06 galt der Stichtag 30. Juni.

Die Zahl der Rückstellungen ist seit der Verlegung des Stichtages seit Jahren konstant hoch: Etwa jedes zehnte schulpflichtige Kind in Brandenburg wird zurückgestellt.

In den anderen Bundesländern überwiegt der 30. Juni als Stichtag. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt verfahren so. Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben wie Brandenburg den 20. September. In Berlin gilt der 31. Dezember. mak

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