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Brandenburg Spaghettimonster will Schilder in Templin erzwingen
Brandenburg Spaghettimonster will Schilder in Templin erzwingen
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10:24 04.07.2017
Schild des Anstoßes: Werbung für die „Nudelmesse“. Quelle: dpa
Templin

Es geht mal wieder um die Nudel in der Uckermark. Genauer: um das „Spaghettimonster“ in Templin. Ein Verein, der sich „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ nennt, will genauso wie Kirchen es mit ihren Gottesdienstzeiten tun mit Schildern am Ortseingang auf seine „Nudelmesse“ hinweisen. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte das aber verneint – am Freitag befasst sich im Berufungsverfahren das Brandenburgische Oberlandesgericht mit dem Fall.

Verein begreift sich als “Weltanschauungsgemeinschaft“

Der Religions-Parodie-Verein will als Kläger in dem Zivilverfahren erreichen, dass er vier Infoschilder aufstellen darf, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Verklagt hatte die Vereinigung das Land Brandenburg, vertreten durch den Landesbetrieb Straßenwesen. Dieser hatte die Schilder abgelehnt. Das Landgericht in Frankfurt (Oder) hatte sich in seinem Urteil im April 2016 darauf bezogen, dass es keine wirksame Vereinbarung für das Anbringen gebe. Der Verein hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Er hatte darauf gepocht, dass die „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ als Weltanschauungsgemeinschaft die gleichen Rechte haben müsste wie etablierte Kirchen. Ob es in dem Berufungsverfahren am Freitag bereits ein Urteil geben wird, ist unklar.

Die „Spaghettimonster-Kirche“ war vor mehr als zehn Jahren in den USA gegründet worden. Es gibt auch in Deutschland einige Gemeinden, die Anhänger nennen sich „Pastafari“.

Als der Uckermark-Ableger der Vereinigung erstmals Schilder mit den Messe-Uhrzeiten samt Abbildung des „Spaghettimonsters“ aufgehängt hatte, waren es ausgerechnet jene Masten, an denen die katholische und die evangelische Kirche auf ihre Gottesdienste hinwiesen.

Von Anna Ringle